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Ausbildungsbilanz: Ein Drittel weniger ohne Lehrstelle

DÜSSELDORF Trotz anhaltend hoher Schulabgängerzahlen ist die Lehrstellenlücke in NRW 2007 um rund ein Drittel geschrumpft. Das teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit.

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Ausbildungsbilanz: Ein Drittel weniger ohne Lehrstelle

Christiane Schönefeld

Ende September lag die Zahl der noch unversorgten Bewerber zwischen Rhein und Weser bei 7335 jungen Menschen, im Vorjahr waren es 10 537.Gleichzeitig gab es noch rund 3000 offene Stellen. Überdurchschnittlich stark war der Rückgang im Münsterland mit über 56 Prozent: In der gesamten Region gab es Ende September lediglich noch 247 Nachfragen.

Christiane Schönefeld, Chefin der Regionaldirektion Düsseldorf der Bundesagentur für Arbeit, zeigte sich gestern optimistisch, bis Ende des Jahres für alle Nachfrager noch eine Lösung finden zu können. Sie bezeichnete diese positive Entwicklung zwar als „großen Erfolg“, allerdings könne von „Zurücklehnen und Entspannung keine Rede sein“, schränkte sie ein. Schönefeld: „Die Probleme sind nicht gelöst. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage besteht weiterhin.“          

Angebot gestiegen

Aufgrund der anspringenden Konjunktur stieg das Angebot der gemeldeten Lehrstellen 2007 um 12,2 Prozent auf 104 500, gleichzeitig sank die Zahl der Bewerber leicht um 1,4 Prozent auf 154 580. Dass Schönefeld gleichwohl noch immer vor zu großem Optimismus warnte, hat mehrere Gründe. So ist der Anteil der versorgten so genannten Altbewerber, also Personen, die bereits 2006 oder früher ihre Schule abschlossen, mit 55 Prozent nach wie vor sehr hoch. Bei den gut 7000 Unversorgten sank er allerdings leicht von 63 auf 57 Prozent.  

Keine „echten“ Stellen

Zudem wies Schönefeld darauf hin, dass der Zuwachs an Ausbildungsstellen überwiegend auf außerbetriebliche Angebote zurückzuführen sei. Rund 13 000 der gut 100 000 gemeldeten Ausbildungsplätze seien derzeit keine „echten“ Stellen. Schönefeld warnte davor, die Zahl der überbetrieblichen und damit staatlich subventionierten Ausbildungsplätze zu stark auszuweiten: „Wir sind an einer Obergrenze angelangt“, sagte sie. Die Risiken einer späteren Nicht-Übernahme seien weitaus höher als bei einer regulären Ausbildung, betonte sie.

Auf eigene Initiative

Darüber hinaus weist die Statistik aus, dass nur 43 Prozent der als versorgt gemeldeten Bewerber tatsächlich eine Ausbildung begonnen haben. 16 Prozent haben sich für eine weiterführende Schule, ein Praktikum oder eine Hochschule entschieden. Neun Prozent gingen in Fördermaßnahmen. 35 000 junge Menschen, also fast jeder vierte der ursprünglich gemeldeten knapp 155 000 meldete sich aus „sonstigen Gründen“ ab. Der Großteil von ihnen, so Schönefeld, dürfte allerdings auf eigene Initiative eine Ausbildung begonnen haben.

  

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