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Ausgerechnet Sylt

Berlin. In „Ausgerechnet Sylt“ erzählt die Grimme-Preisträgerin Susanna Salonen eine Liebesgeschichte mit Hindernissen im Luxus-Bauboom. Dabei gerät ihre Komödie zwar nicht unbedingt originell - jedoch dank erfrischender Darsteller und witziger Dialoge unterhaltsam.

Ausgerechnet Sylt

Bente (Katja Studt, r) am Nordseestrand. Foto: Christine Schroeder/ZDF

„Immobilienhaie zu Fischmehl“ lautet das Motto von Gentrifizierung-Gegnern auf der Luxusferieninsel Sylt, wo sich normalverdienende Einheimische kaum noch eine Wohnung leisten können.

Wortführerin der jüngeren Leute, die auf der Straße mit Bannern und skandierten Parolen der Entwicklung, die für sie der Ausverkauf ihres nordfriesischen Eilands bedeutet, die Stirn bieten, ist die Rettungsschwimmerin Bente Groot (Katja Studt, „Über den Tag hinaus“). Die Enddreißigerin lebt in einem jener ererbten Reetdachhäuser, die immer wieder klotzigen, teils auf Alt getrimmten Anlagen weichen müssen.

Wie sich die selbstbewusste Single-Frau ausgerechnet - und unwissentlich - in einen solchen Immobilienhai (Fabian Busch, „Aufbruch ins Ungewisse“) verguckt, der sich überdies als alter Bekannter entpuppt, davon erzählt die ZDF-Komödie „Ausgerechnet Sylt“ an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) im ZDF. Obwohl die Liebesgeschichte mit Hindernissen nicht besonders originell erscheint und ihr Ausgang vorhersehbar ist, darf man doch einiges Vergnügen daran finden. Das liegt vor allem an erfrischenden Darstellern und den oft witzig frechen Dialogen. Regie führt - nach ihrem Spielfilmdebüt „Patong Girl“, für das sie 2016 einen Grimme-Preis erhalten hat - die Dokumentarfilmerin Susanna Salonen.

Die Deutsch-Finnin schrieb auch am Drehbuch mit, das ansonsten aus der Feder von Sebastian Andrae und Florian Gärtner stammt. Demnach verschlägt es den geschiedenen, international tätigen Architekten Kevin samt dauernörgelnder Teenager-Tochter (Paula Hartmann) zum Urlaub nach Sylt. Dort soll er im Auftrag seiner Firma für einen wichtigen Deal sorgen: den Verkaufsabschluss für das letzte Haus, das noch fehlt, damit an der Stelle große Ferienapartments entstehen können. Dabei handelt es sich natürlich um das Heim Bentes - die den Binnenländer zu Beginn des Films erst einmal aus den rauen Nordseewellen rettet. Um dann festzustellen, dass er jener Kevin aus Chemnitz ist, der einst ein Jahr lang in ihre Klasse gegangen war und sich unglücklich in sie verliebt hatte.

Nun sucht Kevin, um seinem Jobziel näherzukommen, erneut den Kontakt zur sportlich-attraktiven Sylterin. Er behauptet sogar, in ihrem Haus niste der Schwamm - und rät zum Verkauf. Doch aus Lügen entwickeln sich wahre Gefühle. Man landet miteinander im Bett, ohne dass Kevin seine Aufgabe preisgegeben hat. Bittere Enttäuschungen sind somit vorprogrammiert. Für weitere Komplikationen sorgen etwa noch ein Liebesgeplänkel zwischen Tochter Lilly und ihrem Surflehrer sowie - im Sylt-Look aus zitronengelber Daunenjacke und roten Hosen - der dreiste Makler Eddi, dem Martin Brambach („Tatort“) amüsant karikierende Züge abgewinnt.

Derweil fängt die Kamera Bilder ein, die nicht dem Schickimicki-Image der Insel entsprechen, sondern unter herbstlich-diesigem Himmel ein sympathisches Alltags-Sylt vermitteln.                               

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