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Ausgleich fünf Minuten vor Schluss

BORK Fast jedes Wochenende ist Daniel Schlering unterwegs. Die Vorbereitung für ein Spiel läuft fast so wie bei einem aktiven Fußballer. Unsere Zeitung hat Daniel Anfang November zum Bezirksliga-Spiel zwischen Wacker Mecklenbeck und SV Wilmsberg begleitet.

von Von Malte Woesmann

, 23.12.2007

Zu Anfang der Woche hat Daniel erfahren, dass er das Spiel in der Bezirksliga 10 pfeifen soll. Brisanz verspricht das Spiel nicht, beide Mannschaften stehen zwar im Tabellenkeller, können sich aber noch aus eigener Kraft retten. Daniel bereitet sich gewissenhaft auf das Spiel vor. Doch zuvor muss er den Platz in Mecklenbeck finden. Eigens dafür hat er sich ein Navigationsgerät gekauft, damit er immer alle Plätze findet. Die Festung Egelshove, so der Name der Anlage, findet er ohne Probleme. Eine Stunde vor Anpfiff ist er da. Im Vereinsheim sitzen Trainer und Betreuer der Heimmannschaft und füllen den Spielbericht aus.

Vorstellung

Daniel stellt sich vor und klärt die ersten Details: Auf welchem Platz wird gespielt, was für Trikots haben die Mannschaften, wo kann er sich umziehen? Der Mecklenbecker Trainer Costa Fetsch bringt ihn zur Kabine. Ziemlich klein zwar, aber für Daniel reicht es. Der Mann in schwarz legt seine Tasche beiseite und begibt sich zur Platzkontrolle. Langsam geht der 19-Jährige den Platz ab, schaut sich Tornetze und Kreidelinien an; nichts zu beanstanden.

Daniel geht zurück in die Kabine und wählt sein rotes Trikot. Zur Auswahl hätte er auch noch ein schwarzes, gelbes oder blaues gehabt. Die ersten Spieler machen sich bereits warm. Der junge Schiedsrichter macht es ihnen nach. Ohne Aufwärmen geht es nicht, zwei Muskelfaserrisse in der letzten Zeit erinnern Daniel schmerzhaft daran. Ein paar Mal auf und ab, Dehnübungen und schon geht es wieder in die Kabine: Passkontrolle. Zusammen mit den Betreuern geht er die Namen und Nummern der Spieler durch. Alles ok.

Ab auf den Platz. Nach der Begrüßung lässt Daniel die Seiten wählen und los geht's. Pfiff, endlich rollt der Ball. 5. Minute: Ein Gästespieler von der Auswechselbank ruft "Ey, Schiri!" Ein Freistoßpfiff regt ihn auf. Daniel bleibt ruhig. 20. Minute: Die erste knifflige Entscheidung. Stand der Gästestürmer wirklich im Abseits? Ja, Daniel pfeift und gibt Freistoß. Gut gesehen. 22. Minute: Foul an Wilmsbergs Mittelfeldspieler Spitthoff. Daniel gibt Vorteil und lässt weiterlaufen. 30. Minute: Aufregung im Wilmsberger Strafraum. Fast wäre der Ball im Kasten gewesen, ein Abwehrspieler klärt den Ball gerade noch so auf der Linie. Weiterspielen.

34. Minute: 1:0 für die Gäste. Mecklenbecks Verteidiger Manuel Auer haut im Strafraum David Pepping um. Elfmeter und Gelbe Karte für Auer. Christian Zubora verwandelt den Strafstoß sicher. 44. Minute: Kurz vor der Pause noch einmal Aufregung. Mecklenbeck tappt wieder in die Abseitsfalle, die Spieler protestieren. 45. Minute: Direkter Gegenangriff von Wilmsberg, Zubora fasst sich ein Herz und schlenzt den Ball aus 20 Metern in den Winkel - 2:0.

Halbzeit

Halbzeitpause: Wie die Spieler geht Daniel in die Pause und wärmt sich etwas auf, nach 13 Minuten geht er wieder auf den Platz.

48. Minute: Mecklenbecks Daniel Schwinning kassiert Gelb wegen Meckerns. Daniel hatte ihn bereits in der ersten Halbzeit einmal ermahnt, nun sieht Schwinning folgerichtig den gelben Karton.

64. Minute: Anschlusstreffer für die Heimelf. Sebastian Lindemann trifft per Kopf. Gäste-Keeper Sebastian Jacke beschwert sich. Er sei im Fünfer behindert worden, das war aber sein Mitspieler. Gut erkannt trotz des Spielerknäuels.

70. Minute: Das Spiel wird härter. Die Zweikämpfe werden verbissener geführt. Wacker drängt auf den Ausgleich, Wilmsberg verteidigt. Auf dem seifigen Boden ist es nun schwer für Daniel, F ouls von normalen Rutschpartien zu unterscheiden.

75. Minute: Jetzt kommt auch noch die Sonne raus. Daniel sieht gegen die tief stehende Sonne immer schlechter. Das macht das Pfeifen nicht einfacher.

85. Minute: Der Ausgleich. Auer trifft per Weitschuss. Die Wacker-Spieler liegen sich in den Armen, Gästecoach Anselmi flucht.

89. Minute: Hochalarm im Wilmsberger Strafraum. Gleich zwei Mal springt der Ball vom Pfosten wieder ins Feld. Pech gehabt.

92. Minute: Daniel pfeift ab. Ohne große Fehlentscheidungen hat er das Spiel über die Bühne gebracht. Einige Spieler kommen auf ihn zu und geben ihm die Hand.

Nachspielzeit: Nach dem Ausfüllen des Spielberichts steigt Daniel unter die Dusche. Ein ganz normales Spiel ist vorbei - auf ein Neues in der nächsten Woche.

 

 

 

 

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