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Auto-Zulassung mit Code-Nummer: Die Doppelkarte wird digital

Stuttgart/Berlin (dpa/tmn) Lange bevor Autofahrer mit einem neuen Auto in den ersten Stau geraten, wird ihre Geduld häufig auf eine Probe gestellt. Lange Warteschlangen in den Zulassungsstellen trüben häufig die Vorfreude auf die erste Fahrt. Das soll sich nun ändern.

Eine Verbesserung bringen soll die neue elektronische Versicherungsbestätigung (eVB), die die alte Doppelkarte aus Papier ersetzt. Autofahrer legen von März 2008 an statt des Papiers mit dem Vermerk von der Versicherung nur noch eine siebenstellige Zahlen- und Buchstabenfolge vor, um den erforderlichen Versicherungsschutz nachzuweisen. Jetzt im Januar laufen die Tests an.

Wie eine Zulassung zukünftig ablaufen soll, beschreibt Peter Koch von der Zulassungsstelle Stuttgart: «Der Fahrzeughalter händigt der Zulassungsbehörde keine papierförmige Versicherungsbestätigung mehr aus, sondern nennt dem Sachbearbeiter die Nummer.» Damit könne die Behörde online überprüfen, ob eine gültige Haftpflichtversicherung besteht. Dieses Verfahren soll die Gefahr von falsch ausgestellten, ungültigen oder gefälschten Versicherungsbestätigungen verkleinern, erläutert Koch. «Außerdem entfällt der Erfassungsaufwand bei der Behörde.» Die Zulassung soll auf diese Weise schneller und reibungsloser ablaufen.

Denn ein kurzes Telefonat kann in Zukunft ausreichen, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin erläutert. Autofahrer können die neue Nummer mit einem Anruf bei ihrem Versicherungsberater erfragen. Der könne den Code auch per SMS oder E-Mail an den Versicherten übermitteln. Warteschlangen werden nach Worten von Peter Koch dennoch nicht ganz verschwinden: «Da das Prozedere der Fahrzeugzulassung ansonsten unverändert bleibt, können Wartezeiten auch in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden.» Auch die Autoclubs glauben nicht an leere Flure in den Zulassungsstellen.

So geht Klaus Kuhn, der Versicherungsexperte des ADAC in München, nicht davon aus, dass die Neuerung von Anfang an spürbare Erleichterungen für Autofahrer bringen wird: «Denn auch mit der neuen elektronischen Versicherungsbestätigung muss ich weiterhin zur Zulassungsstelle gehen - der Vorteil liegt zunächst vor allem darin, dass der Papierkram wegfällt.» Entscheidende Verbesserungen erwartet Kuhn erst von einem nächsten Schritt. Im Jahr 2010 soll die neue Versicherungsbestätigungsnummer die Zulassung auf vollständig elektronischem Wege - also per Internet oder Handy - ermöglichen. «Noch ist das aber Zukunftsmusik.»

Auszahlen kann sich das elektronische Verfahren aber auch jetzt schon - zum Beispiel bei einem Versicherungswechsel. Denn der neue Versicherer kann der Zulassungsstelle die Nummer übermitteln und so dem Kunden den Gang zur Behörde abnehmen. Der Neuerung ist dieser Komfort allerdings nicht zuzuschreiben: «Es ist auch heute schon so, dass viele Versicherungen diesen Aufwand für ihre Kunden übernehmen.»

Skeptisch ist auch der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart: Die papierlose Zulassung könne bei «elektronisch zurückgebliebenen Behörden» vorerst scheitern, befürchtet der Autoclub. Autofahrer, die sicher gehen wollen, sollten daher weiter vorsorglich eine Versicherungsbestätigung in Papierform anfordern. In der Übergangsphase wird die neue Nummer von den Versicherungsunternehmen auf die herkömmliche Papierkarte aufgedruckt, erläutert GDV-Sprecher Stephan Schweda. «Damit sind beide Wege möglich. Das ist wichtig, weil in der Übergangsphase noch nicht alle Zulassungsstellen an das neue Verfahren angeschlossen sein werden.» Bis das der Fall ist, ist die Doppelkarte auf Papier also weiter notwendig - oder sie erfüllt den Zweck eines Merkzettels.

Versicherungsschutz auf Fahrt zur Zulassungsstelle

Auf der Fahrt zur Zulassungsstelle für die An- oder Ummeldung eines Wagens wird die erforderliche Haftpflichtversicherung bisher durch die Versicherungsbestätigung in Papierform nachgewiesen. Künftig genügt die Code-Nummer vom Versicherer. Wenn auf dem Weg die Polizei nach dem Versicherungsschutz fragt, reicht es aus, den Beamten diese Nummer zu nennen. Der Branchenverband GDV befürchtet allerdings, dass in der Einführungsphase manche Polizisten auf diese Neuerung noch nicht vorbereitet sind. Autofahrer sollten sich durch Nachfragen aber nicht verunsichern lassen - rechtlich seien sie auf der sicheren Seite.

Infos zur elektronischen Versicherungsbestätigung vom GDV: www.versicherung-und-verkehr.de unter «Auto - Kfz-Versicherungen»

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