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Bahn-Streik: Großes Chaos ausgeblieben

NRW Ein dreistündiger Lokführer-Streik und ein eingeschränkter Bahnfahrplan haben am Freitag für erhebliche Störungen im Zugverkehr gesorgt. Das große Chaos blieb in Nordrhein-Westfalen aber aus: Viele Pendler hatten sich offenbar auf die Situation eingestellt und waren auf andere Verkehrsmittel ausgewichen.

Bahn-Streik: Großes Chaos ausgeblieben

"Nicht einsteigen" steht auf dieser Regionalbahn während eines Streiks der Lokfuehrer im Nahverkehr.

„Insgesamt sind 15 Züge in verschiedenen Bahnhöfen stehen geblieben, das ist aus unserer Sicht sehr wenig“, sagte ein Bahn-Sprecher in Düsseldorf. „Der Notfallfahrplan hat in NRW gegriffen und einen reduzierten, aber zuverlässigen Fahrplan sichergestellt.“ Die Lokführergewerkschaft GDL wertete den Streik als Erfolg. Zwischen 8 und 11 Uhr bestreikte die GDL im gesamten Bundesgebiet Nahverkehrszüge und S-Bahnen. Streiks im Fern- und Güterverkehr hatte das Arbeitsgericht Chemnitz in der Nacht zum Freitag dagegen auf Antrag der Bahn per Einstweiliger Verfügung verboten.

GDL-Chef aus NRW zufrieden mit dem Streikverlauf

„Auch wenn die Bahn viele unserer Mitglieder in den Schichten durch Beamte ausgetauscht hat, haben wir dennoch einige Züge gestoppt“, sagte der NRW-Landesvorsitzende der GDL, Frank Schmidt. Es sei gelungen, „ein deutliches Zeichen an den Bahnvorstand zu senden“. Mit ihrem Notfallfahrplan habe die Bahn selbst zum Chaos im Zugverkehr beigetragen. „Schon vor 8.00 Uhr habe ich entsetzte Anrufe bekommen, weil Züge nicht fuhren“, sagte Schmidt. „Ich schätze, dass die Auswirkungen dieses Fahrplans noch das ganze Wochenende über spürbar sein werden.“

Schwerpunkte in Dortmund und Münster

Die Bahn hatte wegen den Streiks vorsorglich einen komplexen Ersatzfahrplan mit eingeschränktem Zugverkehr gestrickt und wollte sich den ganzen Freitag danach richten. Dementsprechend seien etwa die Hälfte der Nahverkehrszüge und zwei Drittel der Fernverkehrszüge gefahren. „Wenn es Verspätungen gab, betrugen diese etwa 15 Minuten“, sagte ein Bahnsprecher. Schwerpunkte der Streiks seien unter anderem Düsseldorf, Dortmund, Köln und Münster gewesen.  

Anzeigetafeln zeigten zahlreiche Ausfälle an

Dennoch zeigten die Anzeigetafeln etwa in den Hauptbahnhöfen von Köln und Düsseldorf zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen von teilweise 30 Minuten an. An den Informationsschaltern in einigen Bahnhöfen bildeten sich lange Warteschlangen. Auf vielen Bahnhöfen war es nach übereinstimmenden Berichten von Pendlern deutlich leerer als an anderen Tagen. Neben den angekündigten Streiks waren wohl auch die Herbstferien ein Grund dafür, dass weniger Berufspendler unterwegs waren.

Bahn hat kostenloses Info-Telefon geschaltet

Verbindungen mit dem eingeschränkten Fahrplan können nach Bahnangaben über die Reiseauskunft abgerufen werden. Für telefonische Informationen hat die Bahn rund um die Uhr eine kostenlose Service-Hotline unter 08000 99 66 33 geschaltet. Die GDL will mit dem Streik einen eigenständigen Tarifvertrag durchsetzen, der Entgelt und Arbeitszeit für Lokführer regelt. Die Gewerkschaft fordert deutlich höhere Einstiegsgehälter von mindestens 2500 Euro. Beides lehnt die Bahn ab.                                                     

 

    

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