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Bald Wellness am Schloss möglich?

NORDKIRCHEN Nordkirchen, ein Standort für ein Sport- und Wellnesshotel? Überlegungen in diese Richtung hegt die Gemeinde schon länger. Architekturstudent Björn Rother griff die Idee jetzt im Rahmen seiner Diplomarbeit auf. Das Resultat: ein ebenso ehrgeiziges wie spannendes Modell.

von Von Kevin Kohues

, 19.10.2007

Seit einigen Jahren schon arbeitet Rother als studentischer Mitarbeiter im Architekturbüro von Lothar Steinhoff und Bernd Spittmann in Capelle. Über Steinhoff kam der Kontakt zu Bauamtsleiter Josef Klaas zustande. Die zentrale Frage, die Rother sich stellte: Wo und wie ließe sich ein Hotel in Nordkirchen am besten realisieren?

Nähe zum Schloss

Als Standort schlägt der gebürtige Stockumer und frisch gebackene Diplom-Ingenieur der Architektur ein etwa 40 000 qm großes, momentan brach liegendes Feld östlich des Schlosses, in der Nähe des Hallenbades, vor. Der Vorteil: "Das Hotel ist einerseits nah am Schloss, wirkt durch die etwas zurückgenommene Lage aber nicht aufdringlich."

In der Bauweise würde sich Rother an der für das Münsterland typischen Hofstruktur orientieren. Der Vorschlag: dreigeschossige Klinkerbauten, die durch verglaste Treppenhäuser getrennt werden.

Eine Ellipse als Blickfang

Dazu als Blickfang eine Ellipse mit einer Aluminiumfassade und viel Glas. Die vorgesehene Kapazität beträgt 82 Betten. "Da es mit einem reinen Hotel dieser Größe in Nordkirchen schwierig werden würde, habe ich ein Sport- und Wellnesshotel geplant", erklärt Rother. Die Zielgruppe: Wochenendurlauber aus den größeren Städten, Feriengäste und Sporttouristen. Im Hauptgebäude sollen neben einem Restaurant und einer Bar auch Tagungs- und Seminarräume für die Nutzung unter der Woche Platz finden. Die Ellipse würde den Sport- und Wellnessbereich, u.a. mit Pool, Sauna und Solarium, beherbergen.

Kein Betreiber

Soweit die Idee. Doch wie sieht es mit der Umsetzbarkeit aus? Bürgermeister Friedhard Drebing betonte, dass sich die Gemeinde schon seit den frühen 90er Jahren immer mal wieder mit Plänen für ein mögliches Hotel beschäftigt habe. "Bisher ist es jedoch nicht gelungen, einen Betreiber zu finden."

Zwei Markt- und Standortanalysen aus den Jahren 1994 und 2000 bescheinigen der Schlossgemeinde zwar, dass sie für ein Hotel der vorgesehenen Größe als potenzieller Standort in Frage kommt. "Dennoch bräuchte man noch ein neues, positiveres Gutachten, um einen Betreiber zu finden", weiß Drebing. Auch bauplanungsrechtlich wären noch einige Hürden zu überwinden, da die Gemeinde nicht Eigentümer der von Rother vorgesehenen Fläche ist.

Zu wenig Betten

Das Thema Hotel ist also kompliziert, der Gemeinde aber deshalb nicht minder wichtig. Jahr für Jahr ärgert sich Drebing, dass der Verkehrsverein viele Touristen in die umliegenden Städte vermitteln müsse, weil es in Nordkirchen einfach zu wenig Betten gebe. Umso größer fiel der Dank für die Arbeit von Björn Rother aus. Bauamtsleiter Josef Klaas: "Vielleicht trägt das Modell dazu bei, bei potenziellen Investoren und Betreibern für ein Fünkchen mehr Überzeugung zu sorgen."

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