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Ballermann Helmes arbeitet an Zukunft: Rat von Löw

Duisburg (dpa) - Auch als sein 16-Minuten-Debüt längst vorbei war, ballerte Patrick Helmes munter weiter: Direkt, ohne Umschweife, ganz nach Podolski-Art. «Gar nix» werde sich jetzt ändern als Nationalspieler, stellte der Kölner Stürmer klar.

«Nur dass mir das eine Spiel keiner mehr nehmen kann», schloss der 23-Jährige sofort an. Und auch die eigene Leistung bei seinem ersten Kurzeinsatz in der deutschen Nationalelf beim 0:1 gegen Dänemark war schnell beschrieben: «Die Chancen waren da, es sollte halt kein Ball reingehen. Jetzt hoffe ich, dass ich die Dinger, die ich heute versäumt habe, in der 2. Liga gegen Koblenz mache.»

Spätestens seit dem Debütantenball von Duisburg weiß ganz Fußball- Deutschland, warum gleich eine ganze Reihe von Bundesligaclubs die Finger nach Helmes ausgestreckt hat. «Klar ist, dass er mir gut gefallen hat», lobte Bundestrainer Joachim Löw den Angriffs-Neuling und präzisierte seine positiven Eindrücke: «In punkto Schusstechnik und Gefährlichkeit war er im Training sehr präsent. Und im Spiel hat er sich drei Chancen erarbeitet. Er hatte Pech im Abschluss, aber die Ansätze waren sehr gut.»

Helmes hat Blut geleckt am großen Fußball, auch wenn er in Duisburg in seiner ganz persönlichen Art sein derzeitiges Zweitliga-Engagement in Köln verteidigte: «Es ist ja auch kein kleiner Fußball, wir haben auch ein großes Stadion.» Doch natürlich wissen das Talent und sein Berater, dass der Weg in die 1. Liga führen muss. Helmes hatte schon einen Vertrag bei Bayer unterzeichnet, den die Deutsche Fußball Liga (DFL) allerdings zunächst für ungültig erklärte, da die Kölner eine Verlängerungs-Option bis 2008 rechtzeitig gezogen hatten.

Der Streit schwelt dennoch weiter. Köln-Coach Christoph Daum engagierte extra einen Sterne-Koch, um seinen wichtigsten Mann beim privaten Abendessen vom Bleiben zu überzeugen. Der Umworbene will jetzt auch Löw in seine Planungen einbeziehen. «Klar, ist es nicht normal, dass ein Zweitligaspieler nominiert wird. Ich werde ein Gespräch mit dem Bundestrainer führen, was meine Zukunft angeht. Dann wird sich zeigen, wohin mein Weg geht.» Löw kündigte für die «nächsten zwei, drei Wochen» die gewünschte Unterhaltung mit Helmes an, hielt sich aber öffentlich bedeckt: «Wie seine Situation genau aussieht, kann ich nicht beurteilen.»

Lukas Podolski, der ebenfalls als Zweitliga-Kicker im DFB-Team debütiert hatte, nahm den Erstliga-Weg zum FC Bayern. Doch Helmes will sich mit seinem einstigen Mitspieler nur ungern vergleichen lassen. «Natürlich bringen mich jetzt viele mit Poldi in Verbindung, das war auch die ganze Saison in Köln so. Poldi ist Poldi und ich bin ich. Ich versuche, mir meinen eigenen Namen zu machen», sagte der Neu-Nationalspieler, dessen Eltern «schwer stolz im Ostblock» der MSV-Arena das Debüt verfolgt hatten. Einordnen lassen will sich Helmes noch nicht: «Ich habe kein Markenzeichen. Ich spiele halt einfach drauflos und irgendwann fällt der Ball schon mal ins Tor.»

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