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Bayern-Basketballer brauchen mentalen Kraftakt

Istanbul. Jetzt stehen die Basketballer des FC Bayern unter Druck. Nach einer völlig unnötigen Niederlage trotz Riesen-Vorsprungs gegen Istanbul muss im zweiten Halbfinal-Duell ein Sieg her - sonst ist der Finaltraum vorbei. Ein psychologischer Kraftakt muss her.

Bayern-Basketballer brauchen mentalen Kraftakt

Trainer Sasa Djordjevic kassierte mit den Münchner Basketballern eine knappe Niederlage in Istanbul. Foto: Andreas Gebert

Nach dem Thriller von Istanbul kamen die deprimierten Basketballer des FC Bayern erst mit Verspätung wieder in München an.

Ein zuvor ratloser Trainer Sasa Djordjevic hatte nach der Landung am Mittwochnachmittag schließlich auch eine Erklärung für das bittere 74:76 (47:30) im ersten Halbfinal-Duell des Eurocups bei Darussafaka Istanbul gefunden. „Wir hätten das Spiel früher zu unseren Gunsten entscheiden müssen. Wir hätten das Spiel nicht bis zu diesem Punkt kommen lassen dürfen, wir hätten ihnen nicht die Chance geben dürfen, zurückzukommen“, erläuterte Djordjevic nach der Rückkehr in die Trainingshalle.

Klar, bei dem türkischen Spitzenclub kann man grundsätzlich verlieren, das war vor Spielbeginn klar. Die Art und Weise der Niederlage hätte für die Münchner aber bitterer kaum ausfallen können: Trotz eines 23-Punkte-Vorsprungs und Ballbesitz bei eigener Führung in den letzten Sekunden schenkte der Bundesligist den Sieg her. Jetzt sind die Bayern vor allem mental gefragt.

Vor dem zweiten Duell der Best-of-three-Serie am Freitag (20.00 Uhr) steht Djordjevic vor der schwersten Aufgabe der Saison. Er muss seine geschockten Basketballer wieder aufbauen, sonst könnte der Traum vom ersten internationalen Finale der Vereinshistorie vorbei sein. „Jetzt ist es an uns, am Freitag im Heimspiel zu reagieren“, sagte der Serbe und probierte zumindest, Optimismus auszustrahlen. „Wir kommen noch einmal zurück nach Istanbul“, verkündete er in der Hoffnung auf ein mögliches drittes Duell in der nächsten Woche.

Was der Bundesliga-Primus besser machen muss, das wusste Jared Cunningham. „Wir werden alles daran setzen, unsere Leistung 40 Minuten durchzubringen“, sagte der Bayern-Topscorer mit 20 Punkten. In der Aussage steckte mehr als nur eine Sportler-Floskel.

Die Bayern zeigten in Istanbul nämlich eine fabelhafte erste Halbzeit mit cleveren Offensivaktionen, überragender Verteidigung und als Lohn einer mehr als deutlichen Führung. 23 Zähler waren die Gäste in der 19. Minute in Front (47:24), noch vermeintlich komfortable 17 Punkte Vorsprung waren es beim Seitenwechsel. Dann aber brach das Team ein und machte Darussafaka mit unnötigen Ballverlusten wieder stark. „Wir sind nach der Pause einfach zu langsam gewesen“, erkannte Cunningham. „So haben wir das Momentum abgeben, sie hatten dann die Halle hinter sich und haben am Ende diesen Heimvorteil nutzen können.“

Und trotzdem hätte Bayern, bei denen Nationalspieler Danilo Barthel trotz Gesichtsverletzung mit einer Maske spielte, die Partie noch für sich entscheiden müssen. 23 Sekunden vor Schluss vergab Istanbul nämlich einen Versuch zur Führung, die Münchner bekamen den Ball und hätten nur die Zeit runterlaufen lassen müssen. Weil ausgerechnet Routinier und Ex-Darussafaka-Spieler Reggie Redding aber den Ball vertändelte, konnten die Hausherren noch einen Angriff ausführen, den der frühere Tübinger Bundesligaspieler Stanton Kidd 0,7 Sekunden vor Schluss mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf abschloss.

Die Truppe des früheren NBA-Trainers David Blatt um den überragenden Spielmacher und Topscorer Scottie Wilbekin (24 Punkte) hüpfte nach dem Happy End wild feiernd über das Parkett, die Münchner schlichen bedient in die Kabine. Nach dieser Ohrfeige neue Motivation zu finden, das dürfte die schwierigste Aufgabe bis Freitagabend werden.

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