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Beiträge steigen um 100 Prozent - Großer Aufschrei

CASTROP-RAUXEL Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat durch sein Gremium der Ständigen Konferenz beschlossen, die Vereinsbeiträge zum 1.1.2008 zu verdoppeln. Wir haben Stimmen in den Fußballvereinen der Stadt gesammelt - laute Stimmen.

von Von Marc Stommer

, 14.12.2007

Die hiesigen Vereinsvertreter erfuhren erst aus den Medien davon. Dementsprechend groß war der Aufschrei: "Verdoppeln, 100-prozentige Erhöhung - eine Frechheit", lautete der Tenor. Allerdings stellten die Befragten nicht so sehr auf die Höhe der neuen Beiträge ab. Ihnen ging es größtenteils eher um die Art und Weise, wie diese Anhebung zustande kam.

"Das kommt schon ziemlich überraschend. Man hätte uns zumindest vorwarnen können. Wo sollen wir jetzt so schnell 1300 Euro für den Etat in 2008 hernehmen. Das ist doch alles schon verplant", sagt Ralf Wilde, Vorsitzender des Landesligisten VfB Habinghorst. Sein Verein hat am meisten unter der Verdopplung zu leiden: Statt der bisherigen 650 Euro wird der VfB nun mit 1300 Euro zur Kasse gebeten.

"Da fehlen mir einfach die Worte. Wenn ich in meinem Betrieb so die Hausaufgaben machen würde, bin ich morgen gefeuert." Franko Wilken, Vorsitzender des Bezirksligisten Wacker Obercastrop fehlt jedes Verständnis für die Vorgehensweise des FLVW. Wacker muss statt der bisherigen 487,50 nun 975 Euro berappen. "Das sind ja nicht die einzigen Kosten, wo sollen wir es hernehmen", fragt Wilken. Der Wacker-Boss legt schon so etwas wie Galgenhumor an den Tag: "Da können wir ja froh sein, wenn wir nicht aufsteigen. Wenn's nicht klappt, haben wir wenigstens die Verbandsbeiträge für die Landesliga gespart."

Horst-Dieter Reuter, Vorsitzender des Liga-Konkurrenten Spvg Schwerin, ist genauso verständnislos: "Mit welchem Recht wird hier um 100 Prozent erhöht? 20 bis 40 Prozent sind ok, aber 100?" Die kleinen Vereine hätte ohnehin mit einem schwindenden Zuschauerzuspruch und weniger Erlös aus dem Verkauf zu kämpfen. "Wir werden Klimmzüge hoch drei machen müssen", so Reuter.

Denn auch auf anderer Ebene halte der Verband ordentlich die Hand auf: "Die Kosten für die Schiedsrichter sind auch nicht ohne und die Strafgelder sind Eins-zu-Eins von DM-Zeiten übernommen worden. Was damals 10 DM gekostet hat, kostet heute 10 Euro."

Auch Erika Fels, Vorsitzende des A-Ligisten Victoria Habinghorst, wusste im Vorfeld ebenfalls von nichts: "Dass man das auf diesem Wege erfahren muss, ist eine Unverschämtheit." Ihr Verein muss statt bisher 208 nun 416 Euro zahlen. "Es wird von allen Seiten auf die kleinen Vereine draufgehauen. Wenn jetzt noch der eigene Verband draufhaut, das ist schon schlimm."

Ähnlich sieht es Peter Blau, Vorsitzender des FC Frohlinde: "Die Stromkosten mit mehr als 250 Euro im Monat treffen uns sowieso schon böse und die Stadt hat unseren Antrag auf Zuschuss auch abgeschmettert. Überall wird man ausgezogen."

Den B-Ligisten Arminia Ickern trifft es bei 175,50 Euro mehr im Jahr nicht ganz so bitter, aber: "Die Art und Weise der Erhöhung ist eine Frechheit." Ickerns Vorsitzender Andreas Wenzlawski will dies auf keinen Fall hinnehmen. "Ich habe schon mit zwei Vereinen gesprochen und wir werden das Thema bei der Hallen-Stadtmeisterschaft weiter verfolgen. Wir wollen unsern Unmut gegenüber dem Verband äußern."

     

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