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Berlusconi und US-Milliardäre wollen die Stars

Athen (dpa) - Klotzen statt kleckern: Dem Kampf um die Krone in der Königsklasse folgt im Kader der Champions-League-Finalisten ein gewaltiger Umbruch, bei dem Geld keine Rolle spielt.

Beim AC Mailand will Club-Patron Silvio Berlusconi nach dem geplatzten Mega-Deal mit Superstar Ronaldinho (FC Barcelona), für den er eigens 100 Millionen Euro beiseite gelegt hatte, unbedingt seinen Lieblingsspieler Andrej Schewtschenko zurückholen. Er soll mit dem designierten Weltfußballer Kaka und Winter-Einkauf Ronaldo Milans neues Offensiv-Triumvirat bilden. Auf der Gegenseite hat sich im Februar das US-Milliardärsduo George Gillett /Tom Hicks für gut 710 Millionen Euro den FC Liverpool gegönnt und dessen Schulden gleich noch mit beglichen. Nun soll neben neuen Assen auch noch eine neue Super-Arena her.

«Für Sheva stehen die Türen bei uns sperrangelweit offen», sagte Berlusconi vor dem Endspiel im europäischen Meistercup in Athen über seinen Wunschkicker, der ein Jahr nach dem 45 Millionen Euro Ablöse teuren Wechsel in London unzufrieden ist und vom FC Chelsea schon die Freigabe erhalten haben soll. Schewtschenkos Frau Kristen Pazic - das US-Model hatte im Vorjahr den Wechsel nach London vorangetrieben -, verriet vielsagend: «In Italien fühlen wir uns zu Hause. Ich kann mir Andrej im Sturm sehr gut neben Ronaldo vorstellen.»

Italiens ehemaliger Ministerpräsident Berlusconi, Medien-Zar und seit gut 20 Jahren Besitzer seines Clubs, ist seinem Motto «Wer mehr ausgibt, der kauft auch besser» treu geblieben. Waren es einst Asse wie Marco van Basten oder Ruud Gullit, ist für ihn auch heute das Beste gerade gut genug: Neben Schewtschenko, der auf Milans Einladung Gast beim Finale ist, steht Weltmeister Gianluca Zambrotta oben auf der Einkaufsliste. Mit dessen Club Real Madrid wurden in der Vorwoche Verhandlungen zum Herauskauf aus dem Dreijahresvertrag aufgenommen.

Denn Geld ist da: Zumal Milan und Liverpool unabhängig vom Ausgang des Duells auch kommende Saison in der Meisterliga (Qualifikation) vertreten sind. Berlusconi, einer der letzten Vertreter der aussterbenden Spezies der zahlenden Clubchefs, und Coach Carlo Ancelotti müssen bei der erfahrenen, aber von Kennern als Rentnerband verschrienen Milan-Mannschaft zumindest auf defensive Art eine Verjüngungskur einleiten. So wechselt «Methusalem» Alessandro Costacurta (41) in den Trainerstab, die «Oldies» Paolo Maldini (38) und Cafu (36) danken wohl 2008 ab. Jüngere Asse wie Alessandro Nesta (31) und Massimo Ambrosini (29) haben verlängert.

In Liverpool will Trainer Rafael Benitez seine Reds so verstärken, dass sie «kontinuierlich in der Spitze mitspielen» können. Das gilt nicht nur für die Champions League, wo dem Sieger von 2005 rasch die erneute Final-Teilnahme gelang, sondern vor allem für die Premier League. Gillett/Hicks, deren Kontostand auf je 5 Milliarden US-Dollar taxiert wird, wollen den Traditions-Club in der Liga an Manchester United, den FC Chelsea und den FC Arenal heranführen. Denn die letzte Meisterschaft im Fußball-Mutterland haben die Reds 1990 gefeiert.

Oben auf dem Wunschzettel steht Carlos Tevez (West Ham/30 Mio. Euro Ablöse), der Argentinien-Star wird aber von vielen Topclubs gejagt. Ablösefrei kommt Bayer Leverkusens Andrej Woronin, dazu der brasilianische 7,5 Millionen-Einkauf Lucas Leiva (Porto Alegre). Dessen Landsmann Amauri (Palermo) und Phil Jagielka (Sheffield United) sind umworben. Dagegen werden Robbie Fowler (Vertragsende), Craig Bellamy (West Ham/Verrechnung mit Tevez?) und andere gehen.

«Wenn die Mannschaft weitgehend zusammenbleibt und im Sommer gezielt investiert wird, können wir ManU und Chelsea in der nächsten Saison jagen», versprach Star-Akteur Steven Gerrard. Angeblich 75 Millionen Euro stellen Gillett (Inhaber mehrerer US-TV-Stationen, Fleischfabriken und des Eishockey-Clubs Montreal Canadiens) und Hicks (Besitzer mehrerer Getränkefirmen, der Dallas Stars/Eishockey und der Texas Rangers/Baseball) für Verstärkungen zur Verfügung. Ein Klacks gegenüber den 300 Millionen Euro, die sie beim Club von der berühmten Anfield Road ins neue Stanley Park-Stadion (60 000 Plätze) pumpen.

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