Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Bewährungsstrafe für Attentat auf Bürgermeister von Altena bleibt bestehen

Keine Revision

Die Messerattacke auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) wird kein Fall für den Bundesgerichtshof. Es bleibt bei einer Bewährungsstrafe für den Angeklagten.

ALTENA

von Martin von Braunschweig

, 19.06.2018
Bewährungsstrafe für Attentat auf Bürgermeister von Altena bleibt bestehen

Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein sagte als Zeuge beim Prozess gegen den Angeklagten Werner S. aus. Er wurde im November 2017 durch den Angriff am Hals verletzt. © dpa

Die Richter hatten den Attentäter wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Wie das Hagener Landgericht am Dienstag bekannt gab, wurde keine Revision gegen das Urteil des Schwurgerichtes vom 11. Juni eingelegt.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft die Tat des 56 Jahre alten Angeklagten als versuchten Mord gewertet. Der Mann hatte den Politiker in einem Döner-Imbiss erkannt und ihn sofort mit einem langen Messer angegriffen. Er legte Hollstein die Klinge an den Hals, konnte jedoch überwältigt werden, ehe Schlimmeres passierte.

Seit Jahren unter finanziellen Problemen gelitten

Im Prozess hatte der 56-Jährige jede Tötungsabsicht bestritten und erklärt, er habe Andreas Hollstein nur Angst machen wollen. „Er sollte Ausweglosigkeit spüren, so wie ich“, hieß es in einer Erklärung des Angeklagten. Der Mann behauptet, seit Jahren unter schweren finanziellen Problemen zu leiden. Zuletzt habe er sich täglich Wasser vom Friedhof holen müssen, weil der Anschluss zu seiner Wohnung abgestellt worden sei.

Jetzt lesen

Ein politisches Motiv wies der Angeklagte ebenfalls zurück. Dass er bei dem Angriff gerufen habe „Mich lässt du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt“ dürfe nicht als Hinweis auf eine fremdenfeindliche Gesinnung und einen Hass auf Flüchtlinge gewertet werden.

Andreas Hollstein hätte selbst die Möglichkeit gehabt, gegen das Urteil vorzugehen und eine Prüfung der Akten durch den Bundesgerichtshof zu beantragen. Jetzt ist die Frist dafür jedoch abgelaufen.