Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bewegung bei Ärztetarifen

Düsseldorf (dpa) In die Tarifverhandlungen für die rund 55 000 Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern kommt Bewegung. Die Arbeitgeber kündigten am Montag für die nächste Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot an.

Bewegung bei Ärztetarifen

Erinnerung ans Jahr 2006: Schon damals forderten die Ärzte einen Aufschlag auf ihre Bezüge und traten in den Streik, wie hier an der Uniklinik in Münster.

Zugleich erteilte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände Erwartungen auf große Gehaltssprünge eine Absage. Dafür gebe es überhaupt keinen Spielraum, erklärten sie nach der zweiten Verhandlungsrunde in Düsseldorf. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert für die Mediziner durchschnittlich 10,2 Prozent mehr Gehalt und die Angleichung der Ost-Einkommen an das West-Niveau.

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Lutz Hammerschlag, bezeichnete die rund vierstündigen Gespräche als «intensiv und interessant». Es sei detailliert über die Forderungen des Marburger Bundes gesprochen worden. Auf diesen positiven Signalen lasse sich bei der dritten Verhandlungsrunde am 20. und 21. Februar in Offenbach am Main aufbauen.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Joachim Finkelnburg, sagte laut Mitteilung, die Forderungen der Ärzte seien für die kommunalen Kliniken nicht verkraftbar. «Finanziell sind uns durch die Vorgaben des Gesetzgebers die Hände gebunden.» Die Arbeitgeber fordern, für die Ärzte eine leistungsorientierte Bezahlung einzuführen. Sie seien bisher von dem seit 2005 für den gesamten öffentlichen Dienst geltenden Leistungsentgelt ausgenommen. Dies müsse in der laufenden Tarifrunde geändert werden.

Der Marburger Bund begründet seine Forderung unter anderem mit besseren Verdienstmöglichkeiten für Mediziner im Ausland, die eine verstärkte Abwanderung deutscher Ärzte zur Folge hätten. Die Ärzte wollen notfalls für ihre Forderungen streiken. Vor eineinhalb Jahren hatten sie mit einem mehrwöchigen Streik erstmals einen eigenen Ärzte-Tarifvertrag sowie Gehaltserhöhungen um bis zu 13 Prozent durchgesetzt.

THEMEN

Anzeige
Anzeige