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Borussia Dortmund

Bei Borussia Dortmund werden alle Verantwortlichen froh sein, wenn die Saison ohne größeren Schaden überstanden ist. Mit hochfliegenden Zielen war der Revierclub gestartet, doch schnell beherrschten Unruhe und Unzufriedenheit den Alltag der Schwarz-Gelben. Schon am Ende der Hinrunde ging es turbulent zu: Tabellenrang neun, nur zwei gewonne Heimspielen und niemand glaubte mehr daran, ohne Veränderungen den angepeilten einen UEFA-Cup-Platz erreichen zu können. Am Tag nach der Heimpleite gegen Leverkusen wurde Trainer Bert van Marwijk mit sofortiger Wirkung entlassen, obwohl der Niederländer und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ohnehin schon Anfang Dezember die vorzeitige Auflösung des bis 2008 laufenden Vertrages zum Saisonende bekannt gegeben hatten.

Doch dann ging alles viel schneller und Jürgen Röber wurde als Trainer-Übergangslösung verpflichtet, nachdem Wunschkandidat Ottmar Hitzfeld seinem früheren Club einen Korb gegeben hatte. Der Plan: Röber sollte als «Platzhalter» die Saison zu Ende bringen, bevor laut übereinstimmenden Medienberichten im Sommer Thomas von Heesen übernehmen würde.

Mit einem Sieg gegen Bayern München hatte Röber einen perfekten Einstand, doch letztlich war die heikle Mission für ihn bereits nach acht Spielen beendet. Aus Frust über die fehlende Leidenschaft seiner Profis im Abstiegskampf, in den eine Reihe von Pleiten die Mannschaft stürzen ließ, stellte der Kurzzeit-Coach sein Amt zur Verfügung. Röbers schnelles Scheitern durchkreuzte die ursprünglichen Pläne der Vereinsführung mit von Heesen. Sieben Wochen nach seinem Abschied aus Bielefeld war der einstige Wunschkandidat offenbar nicht bereit, die schwierige Aufgabe bereits in dieser Spielzeit zu übernehmen.

Das tat schon am Tag nach dem Röber-Rücktritt der wenige Wochen zuvor beim Hamburger SV geschasste Thomas Doll. In Hamburg war ihm die Rettung vor dem Abstieg nicht mehr zugetraut worden, beim BVB hingegen betrachtete man den 40-Jährigen für die gleiche Aufgabe als Ideallösung: «Die Gespräche mit ihm haben uns begeistert, sein Konzept hat uns überzeugt. Er hat uns neue Zuversicht gegeben. Wir sind uns sicher, dass er in unserer Situation genau der richtige Mann ist», schwärmte Geschäftsführer Watzke.

Bei all den Turbulenzen gerät fast in Vergessenheit, dass es vor Saisonbeginn beim Traditionsverein wenigstens finanziell nach einer rosigen Zukunft ausgesehen hatte. Das einzige börsennotierte Fußball-Unternehmen in Deutschland konnte die millionenschwere Schuldenlast von ca. 90 Millionen Euro erstmals seit Jahren stabilisieren. Einer Neuverschuldung wurde etwa durch den Rückkauf des Stadions mit Hilfe einer US-Investmentbank vorgebeugt. Allein die Mietkosten für ein Jahr hätten rund 17 Millionen Euro betragen. «Der Mühlstein um den Hals von Borussia Dortmund ist weg», atmete Watzke auf. Die finanzielle «Neustrukturierung» des Vereins galt als Grundvoraussetzung für eine wirtschaftliche Konsolidierung beim zuschauerreichsten Club in Europa, der auf dieser Basis eigentlich auch wieder in den europäischen Fußball zurückkehren wollte.

Das Aufgebot:

Tor: 1* Roman Weidenfeller, 20 Bernd Meier

Abwehr: 2 Martin Amedick, 3 Markus Brzenska, 4 Christian Wörns, 5 Sebastian Kehl, 21 Christoph Metzelder, 23 Philipp Degen, 26 Marc Heitmeier, 27 Uwe Hünemeier, 33 David Vrzogic, 38 Nico Hillenbrand

Mittelfeld: 6 Florian Kringe, 7 Tinga, 10 Stefan Pienaar, 16 Kosi Saka, 17 Dede, 18 Lars Ricken, 22 Marc-André Kruska, 25 Nuri Sahin, 28 Sebastian Tyrala

Angriff: 8 Matthew Amoah, 9 Nelson Valdez, 13 Alexander Frei, 14 Ebi Smolarek, 36 Amachaibou Abdenour

* Zahl ist jeweils die Rückennummer

(Stand: Januar 2007)

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