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Borussia Mönchengladbach

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Im Vergleich zu den vergangenen Jahren geht Borussia Mönchengladbach spürbar zurückhaltender in die neue Saison. Zwar gehört die Borussia als Bundesligaabsteiger mit erstklassigem Stadion und Umfeld selbstverständlich zum engeren Kreis der Aufstiegsanwärter, aber laute Töne und großspurige Ankündigungen gab es im Vorfeld der Saison vom Niederrhein nicht zu hören. Nach der verheerenden Rückrunde mit nur elf Punkten aus 17 Spielen scheint bei dem Traditionsclub eine gewisse Demut eingekehrt zu sein.

Nachdem in den vergangenen Jahren die Versuche mit großen Trainernamen (Heynckes, Köppel, Advocaat) missglückten, soll es nun Jos Luhukay richten. Der Niederländer hat sich zwar während seiner ersten Cheftrainer-Station im deutschen Profifußball in Paderborn (2005-2006) einen guten Ruf erarbeitet, ist aber im Vergleich zu seinen Vorgängern ein relativ unbeschriebenes Blatt.

Zusammen mit dem neuen Sportdirektor Christian Ziege hat Luhukay in der Sommerpause versucht, ein schlagkräftiges Team zu formen. Immerhin haben in Nationalspieler Marcell Jansen (zu Bayern München), dem im Vorjahr für die Gladbacher Rekordsumme von rund vier Millionen Euro von den Boca Juniors geholten Argentinier Federico Insua (CF America Mexiko City) sowie US-Nationaltorhüter und Mannschaftskapitän Kasey Keller die prominentesten Akteure den Verein verlassen. Als weiterer Leistungsträger kehrte Peer Kluge (1. FC Nürnberg) der Borussia den Rücken. Natürlich hat die neue sportliche Führung versucht, diesen Aderlass mit Zukäufen zu kompensieren und damit die für einen Spitzenplatz in der 2. Liga benötigte Qualität zu sichern. So wurden routinierte Mittelfeld-Akteure wie Soumaila Coulibaly (vom SC Freiburg) oder der 31-jährige Niederländer Patrick Paauwe (AFC Valenciennes) geholt, die aber von Nachwuchskräften wie dem Eigengewächs und U 21-Nationalspieler Eugen Polanski Konkurrenz bekommen sollen.

An verheißungsvollen Namen auf dem Mönchengladbacher Meldebogen hatte es allerdings auch in den vergangenen Jahren selten gemangelt, was fehlte war eine Einheit auf dem Platz, die zusammen Erfolg haben wollte und konnte. Daher habe man bei der Zusammenstellung der Mannschaft nicht allein auf die fußballerischen Fähigkeiten der einzelnen Spieler geachtet, sondern sehr genau auch auf deren Einstellung, versichert Luhukay. In diesem Zusammenhang ist es sicher kein Zufall, dass sich keine «Kracher» auf der Einkaufsliste finden, die allein durch ihren Namen im Mittelpunkt stehen würden. Der teuerste Neuerwerb ist der kanadische Nationalstürmer Rob Friend (SC Heerenveen/1,2 Millionen). Die Zweitliga-Erfahrung von Sascha Rösler (Aachen) und Alexander Voigt (Jena) soll ebenfalls zu einem stimmigen Mannschaftsgefüge beitragen. «Die Chemie stimmt, es herrscht eine positive Stimmung», sagte Luhukay zufrieden während der Vorbereitung.

Als Indiz der neuen Gladbacher Bescheidenheit kann auch die Benennung des neuen Kapitäns gewertet werden. Luhukay machte den als eher introvertiert bekannten Oliver Neuville zum Nachfolger von Kasey Keller. «Ich bin keiner, der laut ist», sagt der Nationalstürmer, will das aber keinesfalls als mangelnden Erfolgswillen verstanden wissen: «Doch das sind auch Bernd Schneider in Leverkusen und Frank Baumann in Bremen nicht, und sie sind trotzdem gute Kapitäne.»

(Stand: Juli 2007)

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