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Buchdoktor heilt mit literarischen Rezepten

Leipzig. Die Literatur hat für jedes Leiden ein Mittel. Nur welches? Die Autorin Karolien Berkvens schreibt Rezepte auf.

Buchdoktor heilt mit literarischen Rezepten

Der Buchdoktor hat den Weg auf die Messe gefunden. Foto: Sebastian Willnow

Auf der Leipziger Buchmesse werden die Besucher von Rückenleiden, Kopfschmerzen und Liebeskummer geheilt. Das zumindest ist das augenzwinkernde Versprechen des Buchdoktors.

Am gemeinsamen Messestand von Flandern und den Niederlanden verschreibt er literarische Rezepte. „Es ist ein nettes Gimmick, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen“, sagt die niederländische Autorin Karolien Berkvens am Freitag. Sie hat im Wechsel mit anderen Autoren eine kleine Sprechstunde eingerichtet.

Einem Besucher mit Liebeskummer verschreibt sie „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi. „Tolstoi versteht so viel von den Menschen und der Liebe. Dieses Buch kann Trost bieten und von düsteren Gedanken ablenken“, erläuterte Berkvens. Bei Kopfschmerzen empfiehlt sie eine Dosis der Erzählung „Gehen“ von Thomas Bernhard. „Die viele Bewegung in dem Buch sorgt für freie Gedanken und hilft gegen Schmerzen.“

Ein anderer Literaturfreund kommt mit chronischen Rückenschmerzen in die Sprechstunde. Nach kurzer gedanklicher Anamnese schreibt Berkvens ein Rezept für „Der Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger aus. Darin begibt sich der 16 Jahre alte Holden Caulfield mit jugendlichem Idealismus auf die Suche nach Anständigkeit und Wahrheit. „Beim Lesen sind die Wut und die Energie zu spüren. Außerdem sucht Caulfield nach aufrichtigen Menschen. Dieses Aufrichten darf man auch gerne auf den eigenen Körper übertragen“, betont die literarische Ärztin.

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