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Bühnenbildner und Regisseur Karl-Ernst Herrmann gestorben

Wien/Berlin. Sein „magisches Licht“ schuf Theaterräume von hoher Suggestion: Karl-Ernst Herrmann prägte über ein halbes Jahrhundert den Blick auf das deutschsprachige Theater.

Karl-Ernst Herrmann, der mit seinen Bühnenbildern das deutschsprachige Theater der vergangenen 50 Jahre mitprägte und einer der Mitgründer der Berliner Schaubühne war, ist tot.

Der Bühnengestalter und Regisseur sei an diesem Sonntag in Berlin im Alter von 81 Jahren gestorben, teilte das Wiener Burgtheater am Montag mit. Noch zuletzt hatte Herrmann zusammen mit dem Regisseur Claus Peymann an der Inszenierung von Shakespeares „König Lear“ am Stuttgarter Staatstheater mitgearbeitet, das 48. Bühnenbild für den einstigen Intendanten des Berliner Ensembles.

Herrmanns Entwürfe für Inszenierungen etwa für Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Matthias Hartmann, Dieter Giesing, Thomas Langhoff, Christof Nel, Peter Stein und George Tabori hätten Ästhetik und Bühnenlicht des Theaters maßgeblich beeinflusst, teilte das Burgtheater weiter mit. Der 1936 in Neukirch (Oberlausitz) geborene Herrmann arbeitete unter anderem für die Theater in Stuttgart, Bochum, Zürich, dem Burgtheater und dem Theatre Nanterre Amandiers.

Für Aufführungen im Burg- und Akademietheater schuf Herrmann 29 Bühnenbilder, zuletzt für Peter Handkes „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“. Für Thomas Bernhards Stücke gestaltete er 14 Inszenierungen unter Peymanns Regie.

Nach einer Ausbildung in Kalligraphie und Handweberei ging Herrmann an die Berliner Hochschule der Künste. Nach nur drei Monaten als Assistent am Theater Ulm bei Wilfried Minks übernahm er die Ausstattung für die Oper „Das schlaue Füchslein“. Nach einer Station in Bremen, wo er unter anderem den Regisseur Peter Stein und die Schauspieler Bruno Ganz, Jutta Lampe und Edith Clever kennenlernte, ging Herrmann nach Berlin. Dort arbeitete er 1968 mit Claus Peymann an der Freien Volksbühne zusammen.

Mit Stein, Peymann, Jürgen Schitthelm und Dieter Sturm gründete Hermann 1970 die Schaubühne am Halleschen Ufer. Hier entstanden legendäre Inszenierungen, etwa „Der Ritt über den Bodensee“, „Peer Gynt“, „Prinz von Homburg“, „Drei Schwestern“ und „Die Orestie“ sowie die Uraufführungen der Stücke von Botho Strauß.

Seine Bilder seien von Baumeistern wie Andrea Palladio (1508-1580) und Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) sowie der Malerei der deutschen Romantik geprägt gewesen. Herrmann inszenierte seine erste Oper - Mozarts „La Clemenza di Tito“- zusammen mit seiner Frau Ursel 1982 am Brüsseler Théâtre de la Monnaie. Danach folgten Engagements an bedeutenden Opernhäusern von Amsterdam bis Wien - und immer wieder bei den Salzburger Festspielen mit Dirigenten wie Sylvain Cambreling, René Jacobs und Simon Rattle.

Mit Ursel Herrmann leitete er von 1995 bis 2002 die Klasse für Bühnenbild und Kostüme der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1989 war Herrmann Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

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