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Messerattacke auf Bürgermeister: Angeklagter sagt aus

Bürgermeister von Altena sollte Angst und Verzweiflung spüren

Hagen Mit einem Messer hatte er Andreas Hollstein in den Hals gestochen und ihn schwer verletzt. Jetzt steht der 56-jährige Angeklagte vor Gericht und bittet um Verzeihung - denn eigentlich habe er den Bürgermeister von Altena nicht verletzen wollen.

Bürgermeister von Altena sollte Angst und Verzweiflung spüren

Der Angeklagte (r.) sitzt zum Auftakt des Prozesses wegen versuchten Mordes auf der Anklagebank des Landgerichts neben seinem Verteidiger Michael Aßhauer. Foto: dpa

Mit einem Geständnis und einer Entschuldigung des Angeklagten hat in Hagen der Prozess um die Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena begonnen. Der CDU-Politiker Andreas Hollstein war am 27. November 2017 in einem Döner-Imbiss seiner Heimatstadt angegriffen und am Hals verletzt worden.

Der 56-jährige Angeklagte räumte am Dienstag ein, die Tat begangen zu haben. Allerdings habe er den Bürgermeister weder töten noch verletzen wollen. „Er sollte wie ich Angst und Ausweglosigkeit fühlen“, hieß es in einer vom Verteidiger vor Gericht verlesenen Erklärung. „Er sollte spüren, wie das ist, wenn man nicht weiß, ob man noch weiterleben kann.“

Angeklagter befand sich in desaströser persönlichen Lage

Nach Angaben des 56-Jährigen befand er sich im Herbst 2017 in einer desaströsen persönlichen Lage. Nach der Trennung von seiner Frau habe er außerdem seine Arbeitsstelle verloren.

Er sei depressiv geworden und schließlich völlig verwahrlost, hieß es in der Erklärung weiter. Als er den Bürgermeister in dem Imbiss gesehen habe, habe er spontan beschlossen, dem Politiker Angst einzujagen. Vor der Messerattacke habe er mehrmals gerufen: „Mich lässt du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt.“

Die Stadt Altena zählt zu den Kommunen, die mehr Flüchtlinge aufgenommen hat, als sie hätte aufnehmen müssen. ein fremdenfeindliches Motiv dürfe man ihm aber dennoch nicht unterstellen, erklärte der 56-Jährige.

Angeklagter wehrt sich gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit

Er habe kurz vor der Tat erfahren, dass die Stadt Altena freiwillig 200 Flüchtlinge aufnehmen wolle. Dies habe er als ungerecht empfunden. „Hätte ich aber gelesen, dass der Bürgermeister 200 Deutsche unterstützen will, hätte sich mein Zorn auch dagegen gerichtet“, sagte der Angeklagte.

Altenas Bürgermeister Hollstein soll am nächsten Verhandlungstag, dem 1. Juni, als Zeuge vernommen werden. Die Anklage geht davon aus, dass der angeklagte Mann aus fremdenfeindlichen Motiven handelte.

dpa

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