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Lidl-Erpresser erneut vor Gericht

Bundesgerichtshof kassiert Urteil wegen Rechtsfehlern

Bochum Mit selbst gebastelten Rohrbomben hatte ein Erpresser-Paar den Lebensmitteldiscounter Lidl bedroht und elf Millionen Euro gefordert. Das ging schief, beide wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Jetzt hat der Bundesgerichtshof die erste Verurteilung wegen Rechtsfehlern teilweise aufgehoben. Der Fall muss neu verhandelt werden.

Bundesgerichtshof kassiert Urteil wegen Rechtsfehlern

Die beiden Angeklagten mit ihren Anwälten beim Prozessauftakt vor dem Bochumer Landgericht am Donnerstag.

Ein Jahr nach ihrer Verurteilung zu jeweils zehn Jahren Haft steht ein Erpresser-Paar aus Gelsenkirchen seit Donnerstag erneut in Bochum vor Gericht. Die 55-jährige Frau und ihr 50 Jahre alter Lebensgefährte hatten 2012 und 2016 versucht, den Lebensmitteldiscounter Lidl durch die Zündung von selbst gebastelten Rohrbomben in Bochum, Bottrop und Herten einzuschüchtern und um elf Millionen Euro zu erpressen.

Weil der Bundesgerichtshof die erste Verurteilung wegen Rechtsfehlern teilweise aufgehoben hat, muss nun eine andere Bochumer Strafkammer über neue Strafen für das arbeitslose Paar mit dem Traum von einem Luxus-Leben in Spanien verhandeln. Nochmal zehn Jahre? Neuneinhalb Jahre? Neun Jahre? Die Verteidiger der Angeklagten, die sich zum Auftakt der Neuauflage noch nicht geäußert haben, hoffen auf etwas mildere Strafen.

Drei Bomben gezündet

„Das ist die letzte Warnung.“ „Zahlen Sie oder sterben Sie!“. So lauteten damals die Drohungen, die ein „Mr. X“ per E-Mail an den Lebensmitteldiscounter Lidl geschickt hatte. Drei Rohrbomben wurden zuvor gezündet. Zweimal blieb es Sachschäden, einmal wurde eine Angestellte verletzt. Der Discounter hatte zwischenzeitlich sogar eine Million Euro überwiesen. Die ängstlichen Angeklagten hatten sich jedoch erst nicht getraut, zur Bank zu gehen. Als sie es im Juni 2016 doch taten, war ihre Festnahme – trotz Verkleidungen mit Latexmaske, Sonnenbrille und Klebebart - nur noch eine Frage von Tagen. Abgehoben wurden am Ende nur 1800 Euro. Die neuen Urteile werden frühestens Mittel April erwartet.

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