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Joachim Löw mit klarer Ansage

Bundestrainer gibt Nummer-1-Garantie für Neuer

EPPAN Wenn Kapitän Neuer mit zur WM reist, dann nur als Nummer eins. Das legt Bundestrainer Löw neun Tage vor der endgültigen Kadernominierung fest. Noch aber muss der Torwart Bedingungen erfüllen. Weltmeister Boateng benötigt noch Geduld.

Bundestrainer gibt Nummer-1-Garantie für Neuer

Bundestrainer Joachim Löw hat eine klare Meinung zur Personalie Neuer. Foto: dpa

Beim Torwarttraining am Morgen war Manuel Neuer schon bei jeder Übung die Nummer eins vor Marc-André ter Stegen. Kurz danach bestätigte der Bundestrainer den optischen Eindruck und gab dem Kapitän eine Einsatzgarantie für die WM, wenn der Münchner Torwart bis zur endgültigen Nominierung am 4. Juni topfit wird.

Dritter Mittelfußbruch

„Ja, das denke ich schon. Das war Manuel bislang immer“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Samstag in einem Interview der ARD-„Sportschau“ zur Frage, ob Neuer automatisch Stammtorwart sei, wenn er mit zur Weltmeisterschaft nach Russland reise. Bei der Bekanntgabe seines vorläufigen WM-Kaders hatte Löw das noch nicht konkret beantworten wollen. „Wenn-dann-Szenarien“ lehnte er ab.

Jetzt legte sich Löw in Eppan auf Neuers Russland-Rolle fest, „wenn wir uns entscheiden, ihn dann auch mitzunehmen und er wirklich auch gesund ist“. Neuer müsse aber auch selbst das Gefühl haben, in der Verfassung zu sein, „dass alle Abläufe stimmen“. Nach seinem dritten Mittelfußbruch und einer Operation im September 2017 hat der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft kein Spiel mehr bestritten. Nun steht der Schlussmann des FC Bayern kurz vor einem Comeback.

Bundestrainer gibt Nummer-1-Garantie für Neuer

Macht Fortschritte: Manuel Neuer, Foto: dpa


Am Montag und am Mittwoch in Übungsspielen gegen die deutsche U20-Auswahl, die am Sonntag nach Südtirol anreisen wird, soll der mehrmalige Welttorhüter erste Spielpraxis sammeln. Das Länderspiel am 2. Juni in Klagenfurt gegen Österreich muss dann endgültig Aufschluss geben. „Und wenn er dann dabei sein wird, wird er sicherlich spielen“, sagte DFB-Chefcoach Löw mit Blick auf die am 14. Juni beginnende WM-Endrunde in Russland.

„Mit höchster Belastung“

Wie lange der 32-jährige Neuer in den ersten Testspielen eingesetzt wird, würde Bundestorwarttrainer Andreas Köpke zusammen mit Löw entscheiden, berichtete Assistenzcoach Marcus Sorg und ergänzte: „Er macht subjektiv einen sehr guten Eindruck.“ Neuer hat in Eppan bisher das komplette Programm „auch mit höchster Belastung“ bestreiten können, wie die Sportliche Leitung bestätigte. Im Trainingsspiel schonte der gebürtige Gelsenkirchener auch seinen linken Problemfuß nicht, ging etwa mit vollem Einsatz in einen Zweikampf mit Abwehrhüne Jonathan Tah. Neuers Lust auf Fußball war in jeder Aktion sichtbar.

Bis zur finalen Entscheidung für die WM-Teilnahme am 4. Juni muss Neuer aber noch einige Bedingungen des Bundestrainers erfüllen. „Ein Torwart ist ja ein bisschen sensibel“, bemerkte Löw. Die Abläufe bei Flanken, in der Reaktion, in der Beweglichkeit - „auch das muss auf sehr gutem Niveau sein“, betonte der Bundestrainer. Wenn es mit Neuer nicht klappen sollte, habe er in Marc-André ter Stegen und den beiden anderen nominierten Torhütern „gute Alternativen“, sagte Löw.

Keine Bedenken

„Ich hätte keine Bedenken, mit Marc ter Stegen ins Turnier zu gehen“, unterstrich Löw. Der Torwart des FC Barcelona habe beim Confed Cup 2017 in Russland gespielt und sich weiterentwickelt. „Ich hätte volles Vertrauen“, versicherte der Bundestrainer. Aber ter Stegen wisse auch, „wenn Manuel gesund ist, hat er einen kleinen Vorteil“. Er müsse mit Neuers Ersatzmann noch einmal sprechen, bemerkte Löw: „Aber er weiß, dass Manuel seit Jahren die Nummer eins und der Kapitän der Mannschaft ist. Die Rolle wird er auch akzeptieren.“

In der kommenden Woche will Löw nach einem kurzen Atemholen am weitgehend freien Sonntag in der WM-Vorbereitung mit dem taktischen Feinschliff beginnen. Das gute Offensivspiel zu perfektionieren und in der Defensive eine gute Organisation zu haben - das seien die Schwerpunkte, verriet Co-Trainer Sorg: „Unser erster Ansatz war es, die Spieler aus unterschiedlichen Belastungsstufen abzuholen und alle auf ein gemeinsames Level zu bringen.“

Boateng setzt Aufbauprogramm fort

Der Münchner Abwehrspieler Jérôme Boateng wird nach seiner Oberschenkelverletzung erst einmal noch sein Aufbauprogramm fortsetzen. „Entscheidend ist nicht, ob er einen Tag früher oder später ins Mannschaftstraining einsteigt, sondern dass er zur WM spielfähig sein wird“, betonte Löw-Assistent Sorg.

Sami Khedira spürt bereits drei Wochen vor dem ersten Gruppenspiel am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko ein „spezielles Gefühl“ im Team: „Die WM ist etwas ganz Besonderes, das merkt man schon in der Vorbereitung. Es macht unheimlich viel Spaß“, sagte der 31 Jahre alte Weltmeister von 2014. Die bisherigen Tage in Südtirol seien „sehr intensiv“ gewesen, aber die Mannschaft gehe auch „mit großer Freude“ dem WM-Ziel Titelverteidigung entgegen, berichtete Khedira.

Von dpa

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