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Bundeswehr-Ausrüstung für Kampfeinsatz unzulänglich

Berlin (dpa) Deutsche Soldaten sind derzeit für die drohenden Kampfeinsätze in Afghanistan nicht gut genug ausgerüstet.

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Arbeiten an einem Bundeswehr-Tornado im Camp Marmal in Masar-i-Scharif (Archiv).

Der Chef des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz.

Soldaten der Bundeswehr fahren durch das Feldlager in Kundus (Archivfoto).

Ein Feldjäger der Bundeswehr in Kundus (Archivfoto).

Das Abzeichen der Internationalen Schutztruppe ISAF an der Uniform eines Bundeswehrsoldaten in Kabul.

Ein Bundeswehrsoldat der Internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul (Archivfoto).

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Bernhard Gertz, verlangte in der «B.Z. am Sonntag» für die Beschaffung von weiteren gepanzerten Fahrzeugen und neuen Kommunikationsmitteln zusätzlich eine Milliarde Euro aus dem Bundeshaushalt. Nach einem Bericht des Magazins «Focus» verfügen die Streitkräfte in Afghanistan nicht über geeignete Mörser-Munition und Fluglotsen-Spezialisten.

Im Bundestag wird damit gerechnet, dass die Bundeswehr Mitte des Jahres auch die schnelle Eingreiftruppe im Norden des Landes stellen wird. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Samstag, falls die Bundeswehr die Aufgabe übernehme, würden die Soldaten auch ausreichend vorbereitet und ausgerüstet sein.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte zuletzt immer wieder betont, dass noch keine Entscheidung über die Entsendung einer schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force/QRF) nach Nordafghanistan gefallen sei. Er rechnet aber mit einem Votum noch vor NATO-Verteidigungsministerkonferenz am 7. und 8. Februar. In Afghanistan gehen die deutschen Streitkräfte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa aber seit langem davon aus, dass sie diese Aufgabe übernehmen müssen.

Während das Verteidigungsministerium dem möglichen Einsatz keine durchgreifend neue Qualität beimisst, sprach Gertz von einer «völlig neuen Aufgabe». Die Eingreiftruppe von etwa 250 Mann muss nach seiner Aussage gegen Taliban-Terroristen kämpfen, wenn die deutschen Wiederaufbau-Teams bedrängt werden. Das ist aus seiner Sicht hochgefährlich. «Ich hoffe, es geschieht nicht, aber wir müssen damit rechnen, dass nach einem solchen Kampf auch Kameraden in Holzkisten zurückkommen.» Der Deutsche Bundeswehrverband versteht sich als Interessenvertretung aktiver und ehemaliger Soldaten.

Nach Angaben von Gertz sind vor allem neue gepanzerte Fahrzeuge nötig, die im Hubschrauber transportiert werden können. Außerdem forderte er erneut verstärkte Anstrengungen für die Ausbildung der afghanischen Polizei, damit die Soldaten nicht allein für die Sicherheit des Landes sorgen müssten. Dass deutsche Innenminister sich weigerten, Ausbilder zu entsenden, bezeichnete er als «Verrat an den deutschen Soldaten».

Nach einem Bericht des Magazins «Focus», das sich auf eine interne Stellungnahme des Heeres bezieht, fehlen der Truppe vor allem nutzbare Munition für ihre Mörser sowie Spezialisten, die Kampfjets an ihre Ziele lotsen können. Die vorhandenen Granaten für die 120- Millimeter-Mörser «Tampella» dürfen nicht verwendet werden, weil sie die eigenen Soldaten oder Zivilisten gefährden könnten, heißt es.

Der Sprecher des Ministeriums betonte, dass es noch keine abschließende Entscheidung gebe. Derzeit liefen aber «erste Planungen für die Zusammensetzung und Ausstattung» einer Eingreiftruppe. Falls die Bundeswehr die Aufgabe übernehme, werde die Truppe rechtzeitig einsatzfähig und mit «modernem Gerät ausgestattet und gut ausgebildet sein».

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Arbeiten an einem Bundeswehr-Tornado im Camp Marmal in Masar-i-Scharif (Archiv).

Der Chef des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz.

Soldaten der Bundeswehr fahren durch das Feldlager in Kundus (Archivfoto).

Ein Feldjäger der Bundeswehr in Kundus (Archivfoto).

Das Abzeichen der Internationalen Schutztruppe ISAF an der Uniform eines Bundeswehrsoldaten in Kabul.

Ein Bundeswehrsoldat der Internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul (Archivfoto).

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