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CONTRA: Matthias Wissmann

CONTRA: Matthias Wissmann

Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann (CDU).

Ein generelles Tempolimit ist reine Symbolpolitik, es würde weder einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz noch zur Steigerung der Verkehrssicherheit leisten. Sogar ein Limit von 120 km/h würde lediglich zwei Prozent der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs einsparen, das wären 0,3 Prozent der deutschen CO2-Emissionen insgesamt.

Reiner "Null-Effekt"

Bei einem Tempolimit von 130 km/h dürfte von einem reinen „Null-Effekt“ auszugehen sein. Nebenbei: Allein durch vernünftige Wärmedämmung und effizientere Heizungen könnten wir zehnmal soviel CO2 einsparen. Eine Verjüngung des PKW-Bestandes um zwei Jahre – Durchschnitt derzeit 8,5 Jahre – würde vier Millionen Tonnen CO2, die Reduzierung von Staus zusätzlich bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Rasche Einführung

Deshalb bringen auch eine zügigere Erneuerung des Fahrzeugbestandes durch eine rasche Einführung einer CO2-basierten Kfz-Steuer und ein bedarfsgerechter Infrastrukturausbau mehr als jedes Tempolimit. Ein gut ausgebautes Autobahnnetz und die Möglichkeit freier Geschwindigkeitswahl in Deutschland haben weltweit Maßstäbe gesetzt für die Sicherheits- und Fahrwerkstechnik. Das Siegel „autobahn-tested“ ist daher wichtig für den Erfolg unserer Produkte auf dem Weltmarkt und für den Standort Deutschland. Gebote machen generell nur dann einen Sinn, wenn die Mehrheit der Bevölkerung sich aus Überzeugung und Einsicht an sie hält und sie nicht auf breites Unverständnis stoßen.

Freiwillige Richtgeschwindigkeit

Schon heute findet die freiwillige Richtgeschwindigkeit von 130 km/h bei den deutschen Autofahrern eine größere Akzeptanz als die gesetzlichen Tempolimits im Ausland bei den dortigen Autofahrern. Eine marktgerechte Lösung beim CO2-Ausstoß und mehr Eigenverantwortung sollten die Konsequenz sein, nicht noch mehr Vorschriften und Unfreiheit.  Der Autor ist Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

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