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Castorf eröffnet 55. Berliner Theatertreffen mit „Faust“

Berlin. Furiose Bühnenkunst der Extreme. Zum Auftakt des 55. Berliner Theatertreffens lässt sich das „alte“ Berliner Volksbühnen-Ensemble noch einmal feiern. Doch nicht nur Altmeister zeigen bei dem Festival ihr Können.

Castorf eröffnet 55. Berliner Theatertreffen mit „Faust“

Mit Frank Castorfs rund siebenstündiger „Faust“-Inszenierung ist das 55. Berliner Theatertreffen eröffnet worden. Foto: Maurizio Gambarini

Mit Frank Castorfs rund siebenstündiger „Faust“-Inszenierung ist am Freitagabend das 55. Berliner Theatertreffen eröffnet worden. Nach der Vorstellung habe es „zehn Minuten lang Standing Ovations“ gegeben, berichtete eine Festivalsprecherin.

Das Goethe-Werk war Castorfs letzte große Regiearbeit an der Berliner Volksbühne, bevor er den Chefsessel an dem Theater nach einem Vierteljahrhundert als Intendant räumen musste.  

Sein Nachfolger, der Belgier Chris Dercon, hatte im vergangenen Monat seinen Posten nach viel Kritik vorzeitig wieder aufgegeben - ein vieldiskutiertes Thema auch bei den aus ganz Europa angereisten Theatertreffen-Besuchern.

In Castorfs „Faust“ traten zahlreiche Schauspielstars auf - darunter Martin Wuttke als Faust, Marc Hosemann als Mephistopheles und Sophie Rois als Hexe. Festspiel-Intendant Thomas Oberender verglich das „alte“ Volksbühnen-Team in seiner Eröffnungsrede mit einer Mannschaft, die 25 Jahre gemeinsam zur See gefahren ist. Nun heiße es beim Theatertreffen für das in alle Winde verstreute Ensemble: „Für eine Fahrt brauche ich euch nochmal!“

Theatertreffen-Leiter Daniel Richter hatte betont: „Nicht nur die besondere Lesart des "Faust" macht die Inszenierung so bestechend“ - der Abend bilde noch einmal das ab, was die 25-jährige Castorf-Ära an der Berliner Volksbühne geprägt habe: „Die fantastischen Schauspieler mit ihrer Volksbühnen-Spielweise, die sehr expressiv und körperlich ist. Es ist eine Hommage an die tollen Castorf-Jahre“, so Richter. „Der Ur-Klassiker des deutschen Kanons wird von Castorf aus den Fesseln gängiger Interpretationen befreit. Plötzlich geht es um Kolonialismus, Finanzkapitalismus und Gender-Fragen - all das, was unsere Zeit gerade auf den Prüfstand stellt.“

Das Theatertreffen zeigt bis zum 21. Mai die zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen der Saison aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den eingeladenen Bühnen gehören unter anderem die Münchner Kammerspiele, das Thalia Theater Hamburg, das Schauspielhaus Zürich, das Theater Basel, das Wiener Burgtheater, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg und die Berliner Schaubühne. Neben etablierten Regisseuren hat das Festival auch erfolgreiche jüngere Theatermacher wie Antú Romero Nunes, Anta Helena Recke und Christopher Rüping eingeladen.

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