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Ärger in den Aapwiesen wegen des Flüchtlings-Umzugs

Städtische Unterkunft zieht von Merklinde nach Ickern

Bei der Infoveranstaltung der Stadt zum Umzug der geflüchteten Menschen aus Merklinde nach Ickern wurden aggressive Stimmen laut. Aber auch solche, die Mut machten. Was waren zentrale Fragen?

Ickern

, 09.06.2018
Ärger in den Aapwiesen wegen des Flüchtlings-Umzugs

Ein Caterer wird zunächst die Menschen in der Unterkunft versorgen. Es soll aber auch in der gemeinsamen Küche gekocht werden können. In den Kühlschränken gib es abschließbare Boxen. Beim Rundgang konnten sich Donnerstagabend Interessierte selbst ein Bild machen. © Foto: Schlehenkamp

Es gab die erwartet kontroverse Diskussion am Donnerstagabend in der Ickerner Gesamtschule, als die Stadt über den Ende dieses Monatsgeplanten Umzug von geflüchteten und obdachlosen Menschen aus der Ex-Harkortschule in die ehemalige Marienburger Schule informierte. Und wie schon vor knapp drei Jahren, als auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs die Turnhalle an der Waldenburger Straße belegt wurde, wurden aggressive und fremdenfeindliche Stimmen aus den Aapwiesen laut. Es gab aber auch deutlich positive Beiträge.

Pfarrer Sven Teschner, der mit seiner Familie seit zwei Jahren neben der Flüchtlingsunterkunft an der Wartburgstraße wohnt, wo junge Männer untergebracht sind, sagte: „Ich habe noch nie so nette Nachbarn gehabt wie jetzt. Ich möchte hier Mut machen, auf die Menschen zuzugehen.“

Ärger in den Aapwiesen wegen des Flüchtlings-Umzugs

In einen etwa 30 Quadratmeter großen Raum passen maximal acht Menschen. Fünf oder sechs sollen hier unterbracht werden, sagt ein Sozialarbeiter. © Foto: Schlehenkamp

Gerade Frauen, auch das wurde Donnerstag deutlich, machen sich Sorgen. Den Fragen der an die 70 anwesenden Bürger stellten sich Bürgermeister Rajko Kravanja, Sozialdezernentin Regina Kleff und Abteilungsleiterin Susanne Köhler. Wir geben eine Auswahl wider.

Frage 1: Warum der Umzug? Weil die Stadt die ehemalige Harkortschule laut Kleff für Brückenprojekte und eine Kita benötigt. Ob es hier auch wieder eine Schule geben könnte, wurde nicht thematisiert.

Frage 2: Warum wieder in die Aapwiesen, wo die Stadt schon 2017 Pavillon und Klassenräume für die Aufnahme von 120 Menschen vorbereitet hat? Kravanja betonte, er würde die Leute auch in Frohlinde oder Becklem unterbringen, wenn‘s denn da städtische Gebäude gäbe. Umgesiedelt werden tatsächlich 50 Menschen, darunter zehn obdachlose Deutsche, mehrere Familien und 20 alleinstehende Männer.

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Frage 3: Warum nicht in die Zeltstadt? Das war eine Landeseinrichtung, das hat nichts mit der Pflicht der Stadt zu tun, zugewiesene Flüchtlinge aufzunehmen. Die Zeltstadt gibt es lange nicht mehr. Wie die Zuweisung künftig geregelt wird, dahinter stehen noch Fragezeichen. Möglich erscheint, dass vielleicht ausschließlich Menschen mit Bleibeperspektive kommen könnten. Jetzt wird die ehemalige Ickerner Grundschule wieder zur zentralen Erstaufnahmestelle. Dort werden die Menschen mit Infos versorgt, etwa zur Krankenversicherung, zu Schulen und Kitas. Und wie sie sich zurechtfinden können, was Mülltrennung und Co. anbelangt.

Frage 4: Wird die alte Schule ein neues Obdachlosenzentrum? Nein. Susanne Köhler: „Unser Bereich ist nicht nur für geflüchtete, sondern auch für obdachlose Menschen zuständig.“

Ärger in den Aapwiesen wegen des Flüchtlings-Umzugs

In einen etwa 30 Quadratmeter großen Raum passen maximal acht Menschen. Fünf oder sechs sollen hier unterbracht werden, sagt ein Sozialarbeiter. © Abi Schlehenkamp

Frage 5: Was ist mit der Sicherheit? Montags bis sonntags von 6 bis 20 Uhr sind städtische Mitarbeiter vor Ort, sie sind auch Ansprechpartner für Nachbarn, die Fragen haben. In der Nacht kommt ein Sicherheitsdienst. „Um uns zu schützen?“, giftete ein besorgter Bürger. „Nein“, antwortete Kravanja. Und ergänzt: Es gab Menschen, die meinten, Unterkünfte anzünden zu müssen. Deshalb ist es notwendig, dass wir diese Menschen schützen.“

Frage 7: Was war mit Polizeieinsätzen in der Unterkunft in Merklinde? Einen oder zwei habe es vielleicht gegeben, sagt Susanne Köhler – wegen Streitigkeiten untereinander. Bei uns sei die Kriminalität der Zugewanderten nicht höher, betonte Rajko Kravanja. „Böse Buben gibt es auf allen Seiten.“

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