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Apotheke: Mehr Ärger und mehr Aufwand

SCHWERIN Mehr Ärger bei den Kunden und mehr Aufwand für den Apotheker beim Rezept: Kreis-Vertrauensapotheker Claus Ehrensberger kann über diese Folge der Gesundheitsreform seit dem 1. April nur den Kopf schütteln.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 14.08.2007
Apotheke: Mehr Ärger und mehr Aufwand

<p>Apothekensprecher Claus Ehrensberger. Schlehenkamp</p>

Maßgeblich bei der "ärztlichen Verordnung" für ein Medikament sind jetzt nämlich die Verträge, die die einzelnen Krankenkassen mit den Herstellern abgeschlossen haben. Was in der Konsequenz bedeutet, dass die Apotheker bei Vorlage eines Rezepts erst am PC abchecken müssen, ob das vom Arzt aufgeschriebene Medikament auch die Krankenkasse des Versicherten bezahlt. Wenn nicht, müssen die Apotheker auf die aufgelisteten Ersatzmittel verweisen.

"Ich darf es Ihnen nicht geben"

Ehrensberger: "Von Tabletten auf Kapseln, von lactosefreien Mitteln auf lactosehaltige umzusteigen, das gibt schon Ärger bei den Versicherten. Zumal dann, wenn womöglich ein bestimmtes Antibiotikum verordnet wurde und ich dann sagen muss, ich hab's zwar da, aber ich darf es Ihnen nicht geben."

Tut er's doch, bekommt er es nicht bezahlt. Das Kreuz mit dem Kreuzchen auf dem Rezept ist offensichtlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Der Arzt hat zwar die Möglichkeit auf dem Rezept ein Kreuzchen bei "aut idem" zu machen, also auf just diesem Medikament zu bestehen. Setze der Mediziner dieses Kreuz allerdings zu häufig ein, müsse er sich Wirtschaftlichkeitsprüfungen unterziehen, sagt Ehrensberger. Was die Medikamente aus aller Herren Länder tatsächlich kosten, sei nicht bekannt, sondern Vertragsinhalt zwischen Krankenkassen und Herstellern.

Nicht mehr lieferfähig

Weiterer Kritikpunkt: Manche Firmen seien gar nicht mehr lieferfähig, je nachdem, welche und wieviel Verträge die Krankenkassen abgeschlossen hätten. Mit ihrem Vorschlag, einen Pauschalpreis pro Dosierung für ein Medikament zu nehmen, hatten sich die Apotheker nicht durchsetzen können. "Bei den so genannten Rabattarzneimitteln", sagt Ehrensberger, "zieht bislang nur die AOK mit, die ihren Versicherten Zuzahlungen erlässt, wenn sie nur bestimmte Medikamente nehmen."

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