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Arbeitsagentur: Fachkräfte sind gefragt

CASTROP-RAUXEL Unter den 86 neuen Stellen, die der Agentur für Arbeit im Januar gemeldet wurden, ist auch eine für einen Nokia-Beschäftigten. „Ein Unternehmen aus dem Computersystem-Bereich sucht einen Software-Entwickler“, berichtete Vermittler Klaus Tiemann im Rahmen der Vorstellung der aktuellen Arbeitsmarkt-Daten. Insgesamt sei die Arbeitsmarkt-Entwicklung als positiv anzusehen.

von Von Peter Wulle

, 31.01.2008

12 Nokianer haben sich inzwischen bei der Agentur am Widumer Tor als Arbeit Suchende gemeldet. Von ihnen kommt niemand für die vorhandene Stelle infrage. „Das ist das grundlegende Problem: für die Fachkräfte wird es neue Arbeitsplätze geben. Für die Montiererinnen werden wir Schwierigkeiten haben, Ersatzarbeitsplätze zu finden“, erklärte Andreas Bundesmann, der für den erkrankten Dr. Michael Kohlmann kommissarisch die hiesige Arbeitsagentur leitet. „Auf dem heimischen Arbeitsmarkt“, weiß Klaus Tiemann, „haben wir für die einfachen Tätigkeiten schon seit Jahren keine Angebote mehr.“Hilfsarbeiter nein - Fachkräfte ja Hilfsarbeiter sind also nicht gefragt, Fachkräfte dafür umso mehr. Ob in diversen Gesundheitsberufen (Physio-, Ergotherapeuten, Zahntechniker etc.) oder im Metall- und Elektrobereich, für Fachkräfte gibt es Jobs. Qualifizierung heißt daher das Gebot der Stunde. Die Arbeitsagentur bietet Arbeitgebern unter bestimmten Voraussetzungen an, die Lohnkosten zu 100 Prozent zu übernehmen, wenn sie ihre Mitarbeiter bei zertifizierten Bildungsträgern weiterbilden lassen. „Mit dem Altenheim St. Josef etwa haben wir über den Bildungsträger maxQ etliche Hilfskräfte im altenpflegerischen Bereich weiter qualifiziert“, so Klaus Tiemann. Wer sich genauer für das Förderangebot interessiert, kann ihn unter Tel. 942-202 erreichen.Positive Arbeitsmarkt-Entwicklung Nach der guten Arbeitsmarkt-Entwicklung vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2007 rechnet Andreas Bundesmann auch für 2008 mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen. „Es wird positiv weitergehen, wenn auch gebremst“, so Bundesmann. Die Auswirkungen der Dollarschwäche und der Krise an den Finanzmärkten können freilich noch einen Strich durch die Rechnung machen. Bezüglich der Lehrstellen-Angebote spürt Klaus Tiemann bereits eine „abwartende Haltung“. „Selbst namhafte Ausbildungsbetriebe in Castrop-Rauxel“, sagt er, „bilden in diesem Jahr nicht aus.“Die Arbeitsmarktdaten:Von 4441 zum Jahresende auf nunmehr 4556 ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt jetzt 12,1 Prozent (Vormonat 11,8 Prozent). 600 Personen meldeten sich im Januar arbeitslos. Hinzu kamen unter anderem 12 Beschäftigte des Bochumer Nokia-Werks, die sich wegen der angekündigten Betriebsschließung als Arbeit Suchende meldeten. Erfreulicherweise ist die Jugendarbeitslosigkeit etwas zurückgegangen. Die Zahl der arbeitslosen Unter-25-Jährigen sank von 425 auf 414. Insgesamt konnten 179 Männer und Frauen in Erwerbstätigkeit vermittelt werden.

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