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Arbeitskreis sucht nach Daten von NS-Verfolgten

Stolperstein-Projekt

CASTROP-RAUXEL Die Mitglieder des Arbeitskreises Stolpersteine wollen sich von sofort an auf die konkrete Suche nach Opfern des NS-Regimes in der Stadt begeben. „Wir hungern nach Unterlagen“, brachte Aktionskreis-Initiator Hartmut Wittenbreder das Anliegen bei der jüngsten Sitzung des Kreises auf den Punkt.

von Von Michael Fritsch

, 15.04.2010
Arbeitskreis sucht nach Daten von NS-Verfolgten

Dies ist das Muster eines Stolpersteins, wie Gunter Demnig sie einsetzt. Es handelt sich nicht um eine reale Person.

Im Kern geht es darum, aus Archivmaterial, früheren Listen des Einwohnermeldeamtes sowie gesicherten Befunden aus Forschungsarbeit möglichst viele Schicksale von Menschen jüdischen Glaubens und aus anderen Gründen politisch Verfolgter ans Licht zu bringen und zu dokumentieren. Das Stolperstein-Projekt des Kölner Aktionskünstlers Gunter Demnig setzt diesen Menschen an ihrem letzten freiwilligen Wohn- oder Dienstort einen Gedenkstein mit Messingplakette, auf der Name und Lebensdaten stehen.

Wie Thomas Jasper vom Stadtarchiv dazu erläuterte, lebten von 1933 bis 1942 in unserer Stadt 223 Menschen jüdischen Glaubens, von denen 81 deportiert und umgebracht wurden. Auf dem Gedenkstein an der Leonhardstraße stehen 107 Namen - bedeutet, dass es 26 Personen gab, die aus anderen Gründen verfolgt wurden. Darüber hinaus hat es nach Ermittlungen von Stadthistoriker Dietmar Scholz an die 60 Euthanasie-Opfer gegeben, so dass von einer Gesamtzahl von 160 NS-Opfern auszugehen sei.

Der Arbeitskreis beschloss ferner, in Geschäften den Stolpersteinen nachempfundene Sammelbüchsen aufzustellen, um die Finanzierung des Projekts auf breitere Beine zu stellen und sowohl kleinere als auch anonyme Spenden zu ermöglichen.