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Behindert auf Zeit

Projekt an der Fridtjof-Nansen-Realschule

HABINGHORST "Ey, bist du behindert?!" heißt das Projekt, das in dieser Woche auf dem Stundenplan der Fünftklässler der Realschule stand. Dabei sollten die Schüler lernen, wie behinderte Menschen Alltagsschwierigkeiten bewältigen. Und sie stellten fest: Das ist manchmal gar nicht so einfach.

von Von Michael Fritsch

, 23.04.2010
Behindert auf Zeit

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„Du musst nicht nur Gas geben. Du musst auch denken und lenken.“ Wiederholt weist Referendarin Regina Drumann „Rollstuhlfahrer“ Marvin zurecht, damit dieser mit dem ungewohnten Gefährt nicht irgendwo am Mülleimer oder an Passanten aneckt oder vom Gehweg plötzlich auf die Fahrbahn gerät. Die Unbeholfenheit des Schülers ist leicht erklärbar: Marvin übt nur, denn er ist nicht wirklich körperlich behindert, sondern nur Akteur eines ebenso praxisnahen wie lehrreichen Rollenspiels im Rahmen des Schulprojekts Zugvogel.

Das Projekt mit dem Titel „Ey, bist du behindert?!“ soll Schülerinnen und Schüler sehr konkret in ihrer persönlichen Umgebung für die Alltagsschwierigkeiten von Körperbehinderten sensibilisieren. Zu Beginn gab´s in der Schule unter Anleitung von Kirsten Faust Unterricht mit dem Gebärden-Sprachen-Alphabet. Die Diplom-Pädagogin aus Münster hat das Zugvogel-Projekt vor drei Jahren maßgeblich entwickelt und organisiert nun zusammen mit Regina Drumann an der FNR den praktischen Teil. Im Deutsch-Unterricht haben die FNR-Kinder bereits Max von der Grüns „Vorstadtkrokodile“ durchgelesen, später die Verfilmung angeschaut und sind auf diese Weise in die Problematik Behinderter eingeführt worden.

„Das Projekt“, so Regina Drumann, „soll unseren Schülerinnen und Schülern demonstrieren, wie diejenigen fühlen, die mit einem Handicap durch die Welt gehen müssen“. Das, so die Referendarin, sei im Übrigen auch an der FNR der Fall, wo nicht nur Konrektorin Christiane Schmid Meyer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sondern auch ein Mitschüler nur mit Sehhilfe dem Unterricht folgen kann.