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Der Turbo-Student

CASTROP-RAUXEL Studienbeginn im Sommersemester 2006. Fach Sozialwissenschaften. Da wird es allmählich ernst. Nach vier Semestern steht in der Regel das Vordiplom an. Doch die hat Mirsad Freiberg außer Acht gelassen.

von Von Gabriele Regener

, 06.12.2007
Der Turbo-Student

Super-Student: Mirsad Freiberg strebt nach nur drei Semestern Studium nun seine Promotion an.

Er ist durch das Studium gerast wie niemand vor ihm und hat nach nur drei Semestern Studium das Hauptdiplom in der Tasche.

Wer es nicht glauben kann, den belehrt ein Blick auf die Immatrikulationsbescheinigung. Und da steht noch mehr: 4. Semester 2007/08, Ziel Promotion. Das, so schätzt der 40-Jährige, geboren und aufgewachsen in Montenegro, wird etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Das Konzept steht, die Forschungsmethode ist festgelegt, die Recherche in Amerika geplant. Das Thema „Die außenpolitischen Ziele zwischen den USA und Montenegro“ fand die Harvard-Universität so spannend, dass Freiberg das Angebot erhielt, dort im amerikanischen Cambridge zu arbeiten. Doch der vierfache Vater bleibt in der Europastadt, wird bei „seinem“ Professor Schmidt, der schon die Diplomarbeit betreut hat, an der Bochumer Uni seine Dissertation schreiben.

Dort haben die Kommilitonen mit Staunen verfolgt, wie der Kollege seinen Stundenplan organisierte, die zahlreichen Klausuren, Haus- und Facharbeiten meisterte. „Alles eine Frage der Organisation“, sagt Freiberg bescheiden. Und bedankt sich bei seiner Frau Zehra, die ihm im Familienalltag den Rücken frei gehalten hat für das Studium. Aber auch die Wissenschaft hat Mirsad Freiberg, der in Montenegro Elektrotechnik studiert hatte und, nachdem er 1992 nach Deutschland kam, zum technischen Zeichner umgeschult wurde, entdeckt. Die Bochumer Universität will ein Projekt starten, bei dem untersucht werden soll, wie Freiberg sein Blitzstudium geschafft hat. „Ich habe Vorteile“, erklärt der Super-Student, „so wende ich spezielle Lesetechniken an und habe auch meine Gedächtnis- und Wahrnehmungstechniken geschult.“ Seine mentale Stärke zieht der Wahl-Castroper aus dem chinesischen Kung Fu, was für ihn nicht nur Kampfsport, sondern ein Konzept für die gesamte Lebensführung darstellt. Für die Forscher, die seinen Erfolg zum Objekt ihrer Untersuchungen machen wollen, wird das sicherlich Einblicke in eine bis dato ziemlich unbekannte Lernmethode bedeuten. Nach seinem IQ befragt, muss Mirsad Freiberg passen. Das hat er nie testen lassen. Wozu auch? Er weiß ja, was er kann.

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