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Der berühmte Dorn im Auge

CASTROP-RAUXEL Lange hat der Umweltausschuss gedrängelt. Seit einigen Wochen liegt erstmals ein Bericht auf dem Tisch, der den Energieverbrauch der städtischen Gebäude beziffert.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 28.12.2007

3,3 Millionen Euro muss die Stadt im Jahr für Energie aufwenden. Fürs Rathaus werden z.B. 900 000 Euro fällig, fürs Hallenbad 220 000 Euro, für die Janusz-Korczak-Gesamtschule 163 000 Euro, für die Fridtjof-Nansen-Realschule 160 000 Euro. So die erste Übersicht. Als Grundlage, im Rahmen des kommunalen Ressourcenmanagements gemeinsam mit einem externen Büro zu gucken, wo man sparen kann. Wolfgang Stark (Foto l.), Chef des Immobilienmanagements: „Wir werden systematisch alle unsere Gebäude aufsuchen, die Bestandteile festhalten, recherchieren, was wir machen können und Kostenschätzungen aufstellen.“ Dazu wird ein internes Benchmarking aufgestellt mit Kennzahlen des Energieverbrauchs pro Quadratmeter. „20 bis 30 Prozent Einsparung“, ist sich Stark sicher, „können wir durch eine Änderung des Nutzerverhaltens erzielen.“Bau stammt aus 50er Jahren Das Immobilienmanagement mit Stark, dem Technischen Leiter Günter Schmidt und dem Energieexperten Gregor Kania kennt seine Pappenheimer unter den Energiefressern freilich längst – auch ohne die detaillierte Auswertung. Die alte Fassade an einem Seitentrakt der Fridtjof-Nansen-Realschule, bei der Oliver Turreks Wärmebildkamera ein gräusliches Bild festhielt, ist auch ihnen ein Dorn im Auge. Der Bau stammt aus den 50er Jahren. „2,7 Mio. Sanierungsbedarf haben wir an dieser Realschule“, sagt Stark. Geschultert werden könne das nur über einen längeren Zeitraum. „2008, 2009, 2010“, rechnet Stark vor. Man müsse halt gucken, was drin sei im Haushalt. Der ist bekanntermaßen schlecht in unserer Stadt mit Nothaushaltsrecht. Wie in so vielen anderen energetischen Problemen in der Vergangenheit auch, dürfte da wieder der Energiefonds zum Tragen kommen, jener Schattenhaushalt, der noch aus der Konzessionsverlängerung mit VEW/RWE herrührt und jährlich neu ansehnlich gespeist wird.Energiefrage ist Thema „Wir tun, was wir können“, sagt Günter Schmidt (Foto, r). Bei jeder städtischen Baumaßnahme sei die Energiefrage ein wesentlicher Faktor. Schmidt: „Dabei gucken wir penibel darauf, ob sich das, was wir einbauen, auch in fünf Jahren noch rechnet.“ Die Summe, mit der das Immobilienmanagement operiert, ist nicht von schlechten Eltern. In diesem Jahr wurden knapp 16 Mio. Euro bewegt. Und auch beim Kindergarten-Neubau vom Lummerland wird die Maxime auf Nachhaltigkeit gesetzt. Schmidt: „Wir haben so lange gefummelt, bis es möglich war, eine Photovoltaik-Anlage in einer akzeptablen Größenordnung hinzukriegen.“ Auf das Dach des Kindergartens in Ickern soll eine Anlage mit 30 kW/Peak. Zum Vergleich: die neue Riesen-Anlage des Stadtbetriebs EUV auf dem Rathausdach liefert 100 kW/Peak.Sparen im Kleinen Dass das Sparen im Kleinen anfängt, ist ohnehin Maxime im Immobilienmanagement. Im Domizil, dem Haus der Wirtschaft, sind Bewegungsmelder installiert. Wenn ein Mitarbeiter das Büro verlässt, wird’s dunkel. Und die Beleuchtung geht erst wieder an, wenn der Raum benutzt wird. Gregor Kania hat noch ganz andere Sorgen. Alle großen städtischen Gebäude landen auf einem zentralen Rechner im Rathaus. Gut 25 Anlagen sind drin, um Rückschlüsse zu ermöglichen. Kania ist mit der Feinabstimmung beschäftigt und will die Fernwärmeleitungen von Eon optimieren. „Ist halt eine Arbeit oft im Verborgenen“, lächelt er.

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