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Diebstähle sollten Sucht finanzieren

CASTROP-RAUXEL Der Angeklagte kam in Handschellen, wurde von Justizbeamten vorgeführt. Seit mehr als elf Monaten sitzt der 30-Jährige, der jetzt wegen zweier Diebstahldelikte angeklagt war, in der Justizvollzugsanstalt Werl ein.

von Von Gabriele Regener

, 19.12.2007

Doch gerade diese Tatsache wirkte sich strafmildernd aus. Weil man davon ausging, dass diese Erfahrung Abschreckung genug war.

Navigationsgerät

Als Grund für den Diebstahl von Zigaretten im Wert von rund 80 Euro, bei dem er vom Detektiv des Kauflandes ertappt worden war, nannte der Angeklagte seine Heroinabhängigkeit. Er wollte die Zigaretten verkaufen, um die Sucht zu finanzieren. Auch das Navigationsgerät, das er am 10. Januar 2007 morgens früh gegen vier Uhr aus einem Rettungswagen des Rochus-Hospitals stehlen wollte, sollte wohl versilbert werden. In jener Nacht hatte sich der Mann mit einem Begleiter in die Ambulanz des Krankenhauses begeben. Gab vor, einen Bekannten zu suchen, der mit einer Beinfraktur eingeliefert worden sei.

Mit Messer gedroht

Zunächst ahnte der Fahrer eines Rettungsdienstes, der gerade in diesem Moment einen Patienten ablieferte, nichts Böses und wies bereitwillig den Weg zur Chirurgie. Doch dann erspähte er den nächtlichen Gast, wie er sich an einem Rettungswagen zu schaffen machte, das mobile Navigationsgerät schon in der Hand. Ertappt habe der Angeklagte das Navi auf den Sitz zurück geworfen und sich den Augenzeugen mit einem Hinweis auf das mitgeführte Messer vom Leib gehalten.

Keine Erinnerung

Der hatte auch gar nicht vor, sich zu gefährden und ließ den verhinderten Dieb laufen. Als die Polizei ihn wenig später stellte, fand sie in der Jackentasche tatsächlich ein Messer. Der von der Polizei beauftragte Arzt fand dagegen heraus, dass der 30-jährige stark unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Das erklärt auch, dass sich der Angeklagte an das Geschehen nicht erinnert. Bei der Urteilsfindung wurde ihm daher zugute gehalten, dass die Taten unter stark verminderter Schuldfähigkeit geschahen und Hafterfahrung sowie die erfolgte Therapie heilsam waren.

Beachtliche Vorstrafen

Erschwerend kam jedoch hinzu, dass der Angeklagte schon ein beachtliches Vorstrafenregister hat. Sieben Monate auf Bewährung, lautete das Urteil. Er hat seine Freiheit also selbst in der Hand, wenn er im Januar aus dem Gefängnis entlassen wird.

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