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Ein Stern, der nicht leuchtet

ICKERN Ein bisschen verloren stehen Sophie und Connor am Eingang der St.-Barbara-Kirche. Die beiden warten auf ein Zeichen. Doch als Maria und Jospeh müssen sie sich gedulden, noch dreht sich bei den Proben für‘s Krippenspiel alles um den kleinen Stern.

von Von Julia Grunschel

, 21.12.2007

Dessen Licht wird nämlich auf einmal immer schlechter, die anderen Sterne sind in Sorge. Annika hat die Rolle des kleinen Sterns übernommen. „In der Grundschule habe ich ihn auch schon gespielt“, sagt die Neunjährige und lächelt: „Den Text kannte ich also noch.“ In ihrem roten Pullover hebt sie sich deutlich von den „Artgenossen“ ab. Denn Christina, Katharina, Laura, Isabelle und Enya glitzern viel mehr: Die Mädchen tragen selbst genähte silbrig-funkelnde Röcke, einen Sternenhut und Lichterketten. Aufgeregt schwirren die Sterne durch den Altarraum, heben und senken die Arme."Wir Sterne sind wie Spiegel" Am Ambo treffen sie Sterndoktor Orion und bitten ihn um Rat. Sie haben Glück, er kennt den Grund für das schwache Leuchten des kleinen Sterns: „Wir Sterne sind wie Spiegel. Manche von uns geben das Licht zurück, mit dem unsere große Sonne sie anstrahlt. Und andere – solche wie du – können nur dann leuchten, wenn ein Mensch glücklich ist, wenn er bis über beide Ohren strahlt. Das kannst du dann wiedergeben.“ Die Sternen-Mädchen nicken, das haben sie verstanden.

Jetzt endlich dürfen sich Sophie und Connor als Maria und Josef auf den Weg nach Bethlehem machen. „Nimm sie fester in den Arm“, hallt es durch die leere Kirche. Connor drückt Sophie sofort ein bisschen enger an sich. Ein paar Mütter, die die Proben für das Krippenspiel mit dem Textheft in der Hand verfolgen, können sich ein Kichern nicht verkneifen. Sophie zupft sich ihren Schleier zurecht, wenn der doch nur nicht so stramm sitzen würde. Dann wandert das kleine Paar von Herberge zu Herberge, kassiert eine Abfuhr nach der anderen. Schließlich kommen sie im Stall unter, Sophie legt ihren Kopf in Connors Schoß. So muss das bei der erschöpften Maria und ihrem Josef auch gewesen sein.

"Ihr müsst los" Die Hirten haben es sich derweil im Halbkreis auf dicken Kissen bequem gemacht. „Ihr müsst los“, signalisiert Petra Schroll den Kurzen. Mit Martina Bartosch organisiert sie die Proben seit Oktober. Anna, Luisa, Sina und Felix steuern auf den Stall zu. Wer Maria und Josef wann welches Geschenk überreicht, wissen die vier nicht ganz so genau. Hinter ihnen sehen auch die beiden Engel Jill und Maja ein bisschen planlos aus. „Ihr müsst auch zum Stall“, sagt ihnen Angela Holl vor. Über diese Unsicherheiten guckt Petra Schroll großzügig hinweg: „Heute sind nur die kleinen Engel und Hirten hier, die Großen, die sonst den Ton angeben, sind alle auf einem Kindergeburtstag.“

"Leuchte, leuchte kleiner Stern"Während die Freude rund um die Jesus-Puppe immer größer wird, tut sich auch bei den Sternen etwas. Als kleiner Stern macht Annika dank der Lichterketten eine Veränderung durch: Sie leuchtet immer heller und heller, übertrifft sogar noch ihre großen Kollegen. Die zuschauenden Mütter nicken zufrieden, der erste Durchlauf ist geschafft. Ein zweiter macht wohl wenig Sinn, die großen Hirten und Engel fehlen einfach. Aber eins können die Kinder gar nicht oft genug proben: das gemeinsame Singen. Und schon hallt ihr immer lauter werdendes „Leuchte, leuchte kleiner Stern“ durch die Kirche.

Die Aufführung des Krippenspiels beginnt in der St.-Barbara-Kirche, In der Wanne 19, am Montag, 24. Dezember, um 16.30 Uhr.

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