Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fünfeinhalb Jahre Haft für Tankstellen-Räuberin

Urteil gefällt

CASTROP-RAUXEL Beutezüge wie im Rausch: Nach einer spektakulären Überfallserie auf Tankstellen und Discounter in Castrop-Rauxel und Umgebung ist die so genannte „Mini-Räuberin“ am Mittwoch in Recklinghausen zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

von Von Werner von Braunscheig

, 28.04.2010
Fünfeinhalb Jahre Haft für Tankstellen-Räuberin

An dieser Tankstelle ereignete sich am 6. Oktober der erste Überfall.

Als Richter Michael Rehaag das Urteil verkündete, zeigte die knapp 1,60 Meter kleine Frau (27) aus Datteln zunächst keine Regung. Erst nachdem sie sich wieder gesetzt hatte, brachen bei der „Mini-Räuberin“ die Dämme: Wie ein Häufchen Elend saß sie da, begann zu weinen, schlug immer wieder ihre Hände vors Gesicht.

Die große Hoffnung der Mutter eines sechsjährigen Jungen ist jetzt, dass sie die Strafe im offenen Vollzug absitzen kann. Die Frau müsste in diesem Fall nur abends zum Schlafen ins Gefängnis einrücken. Weil sich die „Mini-Räuberin“ aktuell auf freiem Fuß befindet, stehen die Chancen auf Bewilligung eines Strafantritts im offenen Vollzug nicht schlecht. Das letzte Wort hat das Justizministerium.Acht Raubüberfälle auf Tankstellen und Discounter

Im Herbst hatte die „Mini-Räuberin“ in knapp zwei Monaten acht Raubüberfälle auf Tankstellen und Discounter im Kreis Recklinghausen verübt, und dabei rund 4000 Euro erbeutet. Die Abfolge zwischen den Beutezügen wurde immer schneller. „Überfälle wurden beinahe zum Tagesgeschäft“, sagte Ankläger Klaus-Peter Kollmann. In Castrop-Rauxel hatte die Serientäterin drei Tankstellen und einen Discounter überfallen. Tatorte: Hebewerkstraße, Dattelner Straße, Henrichenburger Straße und Lambertstraße.Hilfe in "Robin-Hood-Manier"   Als Motiv hatte die 27-Jährige eigene Schulden und das verzweifelte Bedürfnis angegeben, einer befreundeten Familie – in einer Art „Robin-Hood-Manier“ - zu helfen. Die Richter standen ihr zwar eine „desolate Finanzsituation“ zu. „So angespannt, dass Sie und Ihre Familie quasi zu verhungern drohten, war die Lage aber sicher nicht“, hieß es im Urteil.