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Generalunternehmer steht plötzlich vor der Insolvenz

City-Center

CASTROP-RAUXEL 50 000 Euro: So hoch ist der Betrag auf den die Sanitärfirma Scheithauer nach dem Umbau des City-Centers sitzen bleiben könnte. Denn das fränkische Generalunternehmen Orttenburger, für das Scheithauer Arbeiten für rund 400 000 Euro ausführte, hat jetzt beim Amtsgericht Amberg vorläufig Insolvenz angemeldet.

von Von Peter Wulle

, 07.04.2010
Generalunternehmer steht plötzlich vor der Insolvenz

Wenn es schlecht läuft, bleiben die Handwerker auf ihren Kosten für den Umbau des City-Centers sitzen. Foto Wulle

Insgesamt hält das in die Schlagzeilen geratene Unternehmen Orttenburger vier Betriebe in Castrop-Rauxel und Umgebung mit Abschlagzahlungen hin.

„Das hört sich nicht gut an. Vor uns werden bestimmt etliche Gläubiger ihr Geld erhalten. Es ist zu befürchten, dass wir in die Röhre gucken“, sagt Scheithauer-Geschäftsführer Andreas Beisenherz zu der Nachricht aus Süddeutschland. Und mit dieser Sorge ist er längst nicht allein. Gut einem Dutzend Handwerker zwischen München und Castrop-Rauxel fehlen zusammengenommen über eine halbe Million Euro, schätzte ein Anwalt während einer Gerichtsverhandlung in Fürth.

Wie die „Nürnberger Nachrichten“ berichten, haben in der vergangenen Woche zehn Handwerksfirmen gegen die Firma Orttenburger demonstriert. Das Fernsehen filmte den Protest gegen das Zahlungsverhalten von Geschäftsführer Johann Hoffmann. Er soll häufig Schlusszahlungen von Aufträgen mit dem Argument einbehalten haben, die vor Ort beauftragten Unternehmen – wie zum Beispiel die Firma Scheithauer – hätten gepfuscht. Die betroffenen Handwerker mussten ihre Forderungen vor Gericht einklagen, kamen aber meist nur zu einem verlustreichen Vergleich. Der Firma Orttenburger wird unterstellt, so ein Vorgehen methodisch betrieben zu haben.

Nach der Anmeldung der Insolvenz wird jetzt von dem Nürnberger Anwalt Dr. Ampferl ein Gutachten über Orttenburger erstellt. Je nachdem wie es ausfällt, wird über die Zulassung der Insolvenz entschieden. Die Wirtschaftskammer der Staatsanwaltschaft Hof, die gegen die Firma wegen Insolvenzverschleppung und Betrug ermittelt, will jetzt abwarten wie das Gutachten ausfällt. „Vielleicht erleichtert uns diese Insolvenz die Arbeit“, zitieren die Nürnberger Nachrichten einen Sprecher der Staatsanwaltschaft.