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Gericht: Wüste Drohungen gegen Freundin des Kumpels

CASTROP-RAUXEL Wüste Drohungen richtete ein vorbestrafter 36-Jähriger der Freundin seines Kumpels aus. Vor fünf Jahren hatte er sie bereits vergewaltigt und war dafür zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Am Dienstag vor dem Amtsgericht lief's besser für den Angeklagten. Er wurde frei gesprochen.

von Von Gabi Regener

, 22.01.2008
Gericht: Wüste Drohungen gegen Freundin des Kumpels

Die Hauptverhandlung wurde vertagt.

Da trifft jemand einen Kumpel, spricht kurz mit ihm und richtet Grüße an die Lebensgefährtin aus. Soweit alles völlig normal. Bis auf den Inhalt der „Grußbotschaft“. Die wiederholte der 31-jährige Zeuge am Dienstag im Amtsgericht.

„Du kannst deiner Freundin sagen, dass ich sie kaputt schlage, wenn ich sie in die Finger kriege“, soll der 36-jährige Angeklagte gesagt haben. Wegen dieser Androhung eines Verbrechens saß der arbeitslose Mann am Dienstag auf der Anklagebank. Nicht zum ersten Mal. Sein Vorstrafenregister ist lang, darunter auch Freiheitsstrafen, die teilweise verbüßt worden sind. Und die Vorstrafen gaben auch eine Blick frei auf das Wesen des Mannes, der wahrlich kein zurückhaltender Charakter ist.

Nichts gehört

Doch am Dienstag war es sein großes Glück, dass sich die Zeugen in Zurückhaltung übten. Sein Begleiter an jenem Tag im Sommer letzten Jahres gab im Zeugenstand an, von dieser Drohung nichts gehört zu haben. Schilderte dagegen, dass sein Kumpel sich geweigert habe, die Hand des anderen zu schütteln mit den drastischen Worten: „Lieber hack ich mir die Hand ab als sie dir zu geben.“ Das sollte wohl demonstrieren, was er von ihm hält. Dann habe er sich mit dessen Schwester unterhalten, mit der der Zeuge einkaufen war, den Mann selbst nicht mehr beachtet.

Der hatte nach diesem Zusammentreffen seine Lebensgefährtin über die Drohung informiert. Als Zeugin sagte sie am Dienstag aus, dass der Angeklagte dies so oder ähnlich schon bei mehreren Bekannten geäußert habe. Aber bestätigen konnte sie es nicht, denn sie war selbst nicht dabei.

Doch sie kennt den Angeklagten gut, zu gut. Und dieser Umstand hob die gestrige Verhandlung auch von etlichen ähnlich gelagerten Verhandlungen negativ ab. Denn eben dieser 36-Jährige hatte sie vor rund fünf Jahren vergewaltigt, war deshalb zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Kein Nachweis

Am Dienstag hieß es dagegen „Freispruch“, weil es keinen Tatnachweis gab. Doch Amtsrichter Schwarz gab dem Angeklagten noch eine Warnung mit auf den Weg, sich unter Kontrolle zu haben. „Sonst trifft sie Wotans Schwert aber richtig!“, wetterte er.

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