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Glanzvolles Chorjubiläum

ICKERN Sie spielen seit 75 Jahren gegen die Macht der Orgel an. Und gestalten den Gottesdienste in der Kirchengemeinde mit. Ein musikalisches Doppeljubiläum wurde am Wochenende in der Ickerner Christuskirche gefeiert.

von Von Martin Schreckenschläger

, 10.12.2007
Glanzvolles Chorjubiläum

Ein gut besuchtes Weihnachtskonzert in der Christuskirche gab der CVJM-Bläserchor unter der Leitung von Friedrich Wilhelm Feuersenger mit dem Kirchenchor und Mitgliedern des Aplerbecker Kammerorchesters.

Unter der seit nahezu 50 Jahren bewährten Leitung ihres Kantors Friedrich Wilhelm Feuersenger gaben die Bläser gemeinsam mit dem noch zehn Jahre älteren Kirchenchor und Mitgliedern des Aplerbecker Kammerorchesters auch dieses Jahr wieder ein gut besuchtes Weihnachtskonzert mit geistlicher Musik.

Von der Empore herab spielten die Bläser in Pachelbels erwartungsvoll-verhaltener ‚Doppelchöriger Musik' gegen die Macht der Orgel an. Feuersenger am Spieltisch gab dabei die Einsätze über die Schulter. Zu professioneller Perfektion hat er das Ensemble befähigt, bildet den Nachwuchs selber aus. Glänzen konnte es mit Preludio und tänzerischer Allemande der Sonate Es-Dur, einem für Vivaldi eher untypischen Werk. Ebenso hervorragend intonierten die Bläser Haydns Divertimento. Der über 50 Sänger starke Kirchenchor begeisterte mit Werken des Früh- und Spätbarock, stellte gar ein Solisten-Quartett aus den eigenen Reihen. Passagen aus Bachs Weihnachtsoratorium durften nicht fehlen, die von Violine und basso continuo zart begleitete Alt-Arie ‚Bereite dich, Zion', die Sabine Beierlein mit schöner, aber geschwächter Stimme vortrug. Eine Kantate Buxtehudes entfaltete sich als schönes Adagio. Briegels ‚Mache dich auf, werde Licht' zeigt visionäre Züge, die lichtvolle Überwindung des finsteren Erdreiches.

Unauffällig gestaltete sich der Sprung in die Romantik, denn Camille Saint-Saëns Schlusschoral aus dem Weihnachtsoratorium blieb den älteren Kirchenmusik-Stilen nahe, hob sich allein durch Tempowechsel und differenzierteres Spiel mit den Tonlagen ab. Ganz anders Charles Gounods pastorale Landschaftsmalerei, dessen Messe bréve in C: Kraftvoll-blumig das Gloria, das wie mit Paukenschlägen vom gezupften Bass begleitet das ‚Benedictus' der Solisten, sanft wie ein Wiegenlied das ‚Agnus Dei' mit Claudia Berger (Sopran) und Sabine Beierlein. Die Streicher des Aplerbecker Kammerorchesters schließlich steuerten den immer wieder erhaben-fröhlich stimmenden Kanon Johann Pachelbels sowie Sonatina und die an einen keltischen Tanz erinnernde Fuga von Buxtehude bei. Ein gelungenes Konzert.

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