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Großer Streit nach Verbannung des Theaters

Paulus-Kirchengemeinde

CASTROP-RAUXEL In der evangelischen Paulus-Kirchengemeinde Castrop tun sich tiefe Gräben auf. Mit üblen Verdächtigungen gegen Pastor Martin Hensel, formuliert in einem langen Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 09.04.2010
Großer Streit nach Verbannung des Theaters

Superintendent Reiner Rimkus.

Im dritten Jahr nach der Fusion der beiden Gemeinden Castrop und Rauxel ist offenbar längst nicht zusammengewachsen, was aus strukturellen Gründen zusammengefügt worden ist. Gegrummelt hat es im deutlich kleineren Rauxel schon länger. Dort gibt es nur 2000 Gemeindeglieder gegenüber der 7000 in Castrop. Spätestens seit das Presbyterium den Beschluss fasste, die Theatergruppe Tramödianten aus dem Gemeindehaus in Rauxel zu verbannen, die dort über 20 Jahre spielte. Ein von Superintendent Reiner Rimkus am Donnerstagabend moderiertes Gespräch mit den Beteiligten hat bei Rauxeler Akteuren wohl das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie fühlen sich sträflich im Stich gelassen und permanent ungerecht behandelt. Martin Hensel soll gar eine Unterschriftenliste für den Verbleib der Tramödianten an der Alleestraße verschwinden lassen haben.

Der Superintendent betonte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das Grundproblem ist, dass keiner mit niemandem geredet hat.“ Kommunikation und Information seien grottenschlecht gelaufen. Dass das Gemeindeleben in Rauxel absichtlich heruntergefahren worden sei, damit das Standbein der Gemeinde an der Luisenstraße erhalten bleiben könnte, wie in dem Schreiben behauptet, schloss Rimkus kategorisch aus. Er verdeutlichte allerdings, dass nach einer Fusion neue Schritte gegangen werden müssten, die nicht unbedingt auf Gegenliebe träfen. Das Presbyterium trage gemeinsame Verantwortung, die Gemeinde gemeinsam zu leiten.

Ob tatsächlich eine halbe Stelle für die Jugendarbeit an der Luisenstraße mit Hilfe der Stadt geschaffen wird (RN berichteten), ist noch nicht geklärt. Der Kreissynodalvorstand möchte noch mehr zur möglichen Dauer wissen. Martin Hensel, der die Vorwürfe gegen ihn zurückweist, erklärt: „Wo Kirche drauf ist, muss auch Kirche drin sein.“ Ein Boulevard-Theater könne überall spielen. „Dafür geben wir unseren Namen nicht her.“