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Impfung nicht mehr möglich

Erwachsenen-Serum ist ausgegangen

31.05.2007

Das bestätigte gestern Michael Greef (Foto oben), Vorsitzender des Ärztevereins. Vermutlich ausgelöst durch Angst einflößende Berichte in der Boulevard-Presse, habe es einen derartigen Ansturm auf die «Zecken-Impfe» in den Arztpraxen gegeben, dass die Hersteller nicht mehr mit der Produktion des Serums nachgekommen seien, so der Allgemeinmediziner aus Ickern. Auch Kreisvertrauensapotheker Claus Ehrensberger (Foto unten) schüttelt den Kopf. «Ich habe heute Morgen noch mal bei den Großhändlern nachgefragt, der Impfstoff ist wirklich derzeit nicht zu kriegen.» Möglicherweise sei er erst wieder im Oktober zu kriegen, habe es geheißen. Der Bedarf sei in dieser Dimension so wohl auch für die Ärzte nicht absehbar gewesen. Bei der Grippeschutzimpfung hingegen orderten die Ärzte den Impfstoff für den kommenden Winter bereits im Januar eines Jahres. Impfstoff für Kinder gebe es dagegen noch, sagt Greef. Da stimmten sich die Ärzte in einem Ortsteil untereinander ab und tauschten das Material aus. «Als es hieß, es gebe keinen Impfstoff für Erwachsene mehr, waren wir alle wie mit dem Hammer auf den Kopf geschlagen», betont Greef. Die Krux liegt seiner Ansicht nach darin, dass sehr viele Patienten die FSME-Impfe vorsichtshalber nachgefragt hätten. «Bei 50 Impfberatungen bei mir hatte bestimmt die Hälfte der Patienten die Impfe gar nicht nötig», sagt Greef. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfe ausschließlich für bestimmte Risikogruppen und Reisende mit dem Ziel Bayern, Oberpfalz, Bayrischer Wald und dem Landkreis Thüringen. Gegenden, in denen Zecken ohnehin häufiger vorkommen und durch den milden Winter verstärkt «beißen» können. Der «Gemeine Holzbock» ist für zwei gefürchtete Krankheiten verantwortlich. Zum einen für die Borreliose, gegen die es noch keinen Impstoff gibt, zum anderen für FSME, Hirnhautenzündung also. Wegen des Versorgungs-Engpasses, hat Ehrensberger gestern nachmittag erfahren, gebe es inzwischen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, wer so zu sagen, bevorzugt geimpft werden solle. Guido Isbruch, Allgemeinmediziner auf Schwerin, wo gestern Morgen eine 13-jährige Schülerin mangels Impfstoff heim geschickt wurde, empfiehlt bei Aufenthalten in den südlichen Regionen Autan und den Einsatz geeigneter Kleidung. abi

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