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Kulturplatz Leo ist "fragwürdig"

Scharfe Kritik

Castrop Während von SPD und Grünen gestern im Rat mit großer Hilfeschrei-Rhetorik die drohende Überschuldung der Stadt beklagt wurde, kritisiert der Bund der Steuerzahler in seinem aktuellen Verbandsmagazin den Bau des Kulturplatzes Leo.

29.04.2010
Kulturplatz Leo ist "fragwürdig"

Ist bald fertiggestellt: der Kulturplatz Leo.

Unter der Überschrift "Castrop-Rauxel gönnt sich fragwürdigen Kulturplatz" ist von einem "sorglosen Umgang mit Steuergeld" die Rede. Zwei Umstände stören die Anwälte der Steuerzahler besonders:

Das Projekt wird für fragwürdig gehalten, weil der Kulturplatz nur selten genutzt werden kann. Es heißt: "Die Theaterarena befindet sich auf einem Schulhof, und da sind Aufführungen zu Zeiten des Schulbetriebs schon mal tabu. Die Nutzung in den Abendstunden ist ebenfalls eingeschränkt. Wegen des Schallschutzes für die umliegenden Häuser sind maximal zehn Veranstaltungen bis 22 Uhr pro Jahr genehmigt."

Die Preisexplosion von zunächst 190 000 Euro auf dann 350 000 Euro wird scharf kritisiert: "Warum niemand darauf drängte, das Projekt den ursprünglichen Kosten anzupassen, bleibt ein Rätsel. Zumal fraglich ist, ob der Kulturplatz Leo mit seinen 62 festen und 228 mobilen Sitzplätzen für die Castroper Altstadt ein Brüller wird."

Der Bund der Steuerzahler weist darauf hin, dass das NRW-Städtebauministerium 80 Prozent der Kosten für "Leo" übernimmt. Warum, sei fraglich. Schließlich stehe doch auf dem Gelände des Adalbert-Stifter-Gymnasiums eine kleine und eine große Aula für Theater- und Musikveranstaltungen zur Verfügung. Am Ende wird festgestellt: "Ohne Fördermittel hätte Castrop-Rauxel den Kulturplatz Leo übrigens nicht gebaut."

Seit November wird die Sitzarena unter den Platanen an der Leonhardstraße gebaut. Mit der Fertigstellung ist Mitte Mai zu rechnen. Von Beginn an war das Projekt in der Stadt umstritten. Anders als ihr "Koalitionspartner" SPD gingen selbst die Grünen auf Distanz. "Das Kulturprojekt Leo wird für viele Jahre mit allen Gestaltungsmöglichkeiten und dem notwendigen auch kostenpflichtigen Pflegeaufwand Teil unserer Stadt sein. Wir müssen nicht unbedingt jedes Projekt verwirklichen, nur weil wir es geschenkt bekommen. Die Frage ist, ob es unserer Stadt wirklich hilft oder ob es ein Klotz am Bein sein wird", erklärten sie im August vergangenen Jahres.