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Nicht alle Schulen gleichmachen

CASTROP-RAUXEL Gemeinschaftsschule oder Einheitsschule - die SPD will alle weiterführenden Schulen unter einem Dach vereinen. Und stößt mit dieser Idee nicht nur auf Zustimmung.

von Von Benedikt Reichel

, 27.08.2007
Nicht alle Schulen gleichmachen

Wenn es nach dem Willen der SPD geht, sollen die Schulformen zusammengelegt werden.

 

"Nur weil sie ideologisch schlüssig ist, muss man sie nicht gleich zwangsweise durchführen", schimpft Wilfried Middeke, Leiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums, gegen den radikalen Bruch mit dem bisherigen Schulsystem.

Die Gemeinschaftsschule stifte "Unfrieden" und sorge für einen "Boom an Privatschulen", glaubt Middeke und fragt provokant: "Wo wollen denn die SPDler ihre Kinder unterrichten lassen?"

Besonders lernbereite Gymnasiasten

Das Gymnasium ist eine erfolgreiche Schulform. Doch genießt es im Vergleich zur Haupt- und Realschule den Luxus, häufig besonders lernbereite Schüler zu haben. Das Interesse, mit anderen Schulformen in einen Topf geschmissen zu werden, ist entsprechend gering.

Ganz anders die Hauptschulen. Ihnen geht das SPD-Papier nicht weit genug. "Wir müssen uns völlig von dem bisherigen Schulkonzept lösen", sagt Martin Damberg, Schulleiter der Schillerschule. "Solche Forderungen sind aber mit dem Frontalunterricht vor allem an den Gymnasien nicht vereinbar."

Leistungsdifferenzierung aufgehoben

An der Schillerschule hat Damberg die Leistungsdifferenzierung bereits aufgehoben. Mit Erfolg. "Die, die schneller sind, lernen besonders viel, wenn sie ihr Wissen an andere weitergeben können", zieht Martin Damberg ein Fazit.

Für die Gemeinschaftsschule seien jedoch zunächst Veränderungen in der Lehrerausbildung nötig. "Alle Reformen fangen aber am Ende der Kette - also bei den Klassen an", so Damberg.

Vorbereitung wichtig

Zunächst müssten jedoch die Lehrkräfte auf den gemeinsamen Unterricht vorbeireitet werden. Erst im zweiten Schritt könne die Aufhebung der leistungsbezogener Klassenverbände erreicht werden.

Ganz so weit will die SPD gar nicht gehen. Ihr Kompromiss: Gemeinsamer Unterricht bis Klasse sechs, anschließend entscheiden die Schulträger über eine Differenzierung. Das kommt vor allen bei Realschulen an.

Günter Lindner, Schulleiter der Fridtjof-Nansen-Realschule, will erstmal abwarten wie die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule verläuft. "In Sachen Gemeinschaftsschule ist sicher mit erheblichem Widerstand der Gymnasialeltern zu rechnen", glaubt er.

 

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