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Nokia: Empörung über eiskalte Finnen

CASTROP-RAUXEL Das Aus für Nokia in Bochum trifft genau 81 Beschäftigte aus Castrop-Rauxel. Das hat der freigestellte Nokia Betriebsrat Wolfgang Siebert aus Recklinghausen auf die Schnelle ermittelt. Insgesamt kommen gut 300 Mitarbeiter des finnischen Handy-Herstellers aus dem Kreisgebiet.

von Von Peter Wulle

, 17.01.2008
Nokia: Empörung über eiskalte Finnen

Was wird aus dem Nokia-Areal in Bochum? Auch 81 Beschäftigte aus Castrop-Rauxel sind betroffen.

Nach dem SPD-Bundestagsabgeordneten Frank Schwabe reagierte gestern auch Gewerkschafter Udo Behrenspöhler, der bis 2004 zehn Jahre lang Betriebsrat bei Opel war, bestürzt auf die Schließung des Nokia-Produktionsstandorts in Bochum. "Mit einer Kaltschnäutzigkeit, die durch nichts mehr zu überbieten ist, hat der Vorstand in helsinki diese Entscheidung dem Betriebsrat und der Belegschaft mitgeteilt", empört sich der DGB-Ortsverbandsvorsitzende. "Es ist nicht nur unsinnig, sondern auch sozial unverantwortlich, dass die Arbeitsplätze bei Nokia einer globalen Konzernstrategie und dem Bedienen von Aktionären geopfert werden", verurteilt Behrenspöhler das Vorgehen.Kampf um Erhalt der Arbeitsplätze

Mit dem Castrop-Rauxeler Ortsverband will er die Nokia-Beschäftigten im Kampf um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze nach Kräften unterstützen. "Wenn das Werk besetzt wird, werde ich auch hiesige Gewerkschafter aufrufen, nach Bochum zu fahren", erklärt Udo Behrenspöhler, der die Vorsitzende des Nokia-Betriebsrats, Gisela Achenbach, aus gemeinsamen Zeiten in der IG Metall sehr gut kennt.

In dem Umstand, dass der finnische Konzern zu hohe Lohnkosten am Produktionsstandort Deutschland für seinen Umzug nach Rumänen geltend macht, sieht Behrenspöhler überhaupt keinen Ansatz für eine neue Diskussion um Mindestlöhne. "Da darf man sich nicht erpressen lassen. Und ich bin sicher, dass Gisela Achenbach da mit mir einer Meinung ist. Wir haben immer dafür geworben, dass Menschen von ihrem Arbeitslohn leben können", sagt der Gewerkschafter."Jahrelang hat man deutsche Steuergelder kassiert..." Für ihn ist das, was Nokia macht einfach nur unverschämt und eiskalt: "Jahrelang hat man deutsche Steuergelder kassiert und am Standort Bochum Milliarden-Gewinne gemacht. Nun wollen die gleichen Manager in einem anderen Land, in Rumänien, weitere Milliarden abkassieren und die Arbeiter mit Hungerlöhnen abspeisen."

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