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Notfallpraxis am Rochus ist gerettet

Erfolgreiche Massenproteste

CASTROP-RAUXEL Die massiven Bürgerproteste haben gefruchtet: Die Notfall-Praxis bleibt an ihrem jetzigen Standort am Rochus-Hospital ohne Abstriche erhalten.

von Von Michael Fritsch

, 26.04.2010
Notfallpraxis am Rochus ist gerettet

Kann stehen bleiben: Das Hinweisschild zur Notdienstpraxis.

Das hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) jetzt nach gründlicher Prüfung entschieden. Wie KVWL-Sprecher Andreas Daniel gestern gegenüber unserer Redaktion bestätigte, hätten „Ärzte und Bevölkerung überzeugende Zahlen und Argumente“ für den Erhalt der Klinik geliefert.

Die vorhandenen funktionierenden Notfall-Strukturen, die zahlreichen Unterschriften und nicht zuletzt ein schlechter Demografiefaktor seien „belastbare Faktoren, die uns überzeugt haben“, sagte Daniel. Wie Helge Benda, Chef der Senioren Union, gestern mitteilte, seien es zuletzt 10 820 Personen gewesen, die sich auf den Listen mit ihrer Unterschrift gegen eine Schließung der Praxis ausgesprochen hätten. In Castrop-Rauxel sind zudem 30 Prozent der Einwohner über 60 Jahre alt. Von insgesamt zehn Städten und Kreisen, die Bitten und Proteste nach Änderung an der Reform der Notfall-Bezirke formuliert haben, hätten nur Gladbeck und Castrop-Rauxel Erfolg gehabt, sagte Daniel. Sie soll zum 1. Februar 2011 in Kraft treten.

Der Castrop-Rauxeler Ärzte-Sprecher Michael Greef, der das Notfall-System vor rund zehn Jahren aus der Taufe gehoben hatte, reagierte gestern mit Freude und Erleichterung: „Es ist ein Erfolg aller, die gemeinsam für den Erhalt gekämpft haben“, unterstrich er. Ob Parteien, Bürgermeister, Siedlergemeinschaften, Ärzte oder Apotheker – allen gebühre der gleiche Verdienst am Gelingen des Protests. Ähnlich reagierte Benda: „Das ist eine wirklich gute Nachricht. Der Bürgerwille hat gesiegt“, sagte er unserer Redaktion. Zwar habe sich seine Organisation an die Spitze des Widerstandes gestellt, doch habe jede Unterschrift ihren Beitrag zum Erfolg geleistet. Eine Reduzierung der Notfallbezirke in Westfalen-Lippe von 178 auf 32 mit nur noch 65 Praxen war notwendig geworden, weil die Belastung der Ärzte in städtischen und ländlichen Regionen an Sonn- und Feiertagen sehr unterschiedlich ausgeprägt war