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Obere Einbahnmünsterstraße

CASTROP Mit dem kleinstmöglichen gemeinsamen Nenner endete Dienstagabend die Bürgerversammlung zum Bahnübergang Obere Münsterstraße.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 29.08.2007

Nach einer teilweise sehr engagiert geführten Diskussion bei der ersten Bürgerversammlung in Sachen Bahnübergang Obere Münsterstraße will die Verwaltung das Thema wieder in die Politik bringen.Und die Überlegungen verfeinern, mit einer Einbahnstraßen-Regelung für eine deutliche Verkehrsreduzierung zu sorgen. Denn noch gilt der Bahnübergang als stark frequentiert, weil ihn täglich mehr als 2500 Fahrzeuge überqueren. Mit vier Lösungsvarianten wartete Dienstagsabend in der ASG-Aula das vierköpfige Verwaltungsteam mit Dezernent Michael Eckhardt an der Spitze auf.Vier Varianten Wobei Lösung A von vorneherein ausscheidet: Denn die Vollsperrung, zu der das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen im Frühjahr die Stadt verdonnert hat, will außer der Bahn bekanntlich niemand. Die drei tatsächlich realisierbar erscheinenden, nämlich B mit einer Einbahnstraßenregelung und Sperrung aus Fahrtrichtung Obere Münsterstraße, C mit Sperrung aus Richtung Biesenkamp am Münsterplatz und D mit Sperrung aus Richtung Biesenkamp direkt am Bahnübergang, fanden jeweils nicht so viel Zuspruch bei den knapp 40 Bürgern, dass die Verwaltung einen klaren Kurs aufgesteckt bekam. Auch wenn Matthias Zimmer als Vorsitzender des Altstadtmarketings die Lösung B mit dem Absperren des vom Altstadtring kommenden Verkehrs als die schlüssigste bezeichnete und aus Sicht des Altstadtmarketings als am ehesten umsetzbar empfahl.

Einbahnstraßenregelung

Diese Variante würde den Kfz-Verkehr um gut 900 in 24 Stunden entlasten. Die Einbahnstraßenregelung ab Münsterplatz brächte eine Ersparnis von fast 1900 Fahrzeugen, das Abbinden direkt am Bahnübergang rund 100 weniger. So jedenfalls von der Verwaltung nach zwei Verkehrszählungen prognostiziert. Michael Eckhardt verdeutlichte: „Wir sind um Lösungen bemüht, die nicht viel kosten.“ Mit dem Aufstellen von ein paar Verkehrsschildern könne das jedenfalls erreicht werden. AusblutenFür Geschäftsmann Ludger Vollmer, der auch nach seinem Standort-Wechsel engagierter Verfechter der Status quo-Situation ist, bedeutet die Sperrung in einer Richtung das Ausbluten der Oberen Münsterstraße: „Das ist operieren am offenen Herzen“.

Mit der ersten Bürgerversammlung in der seit fünf Jahren andauernden Auseinandersetzung um den Bahnübergang Obere Münsterstraße will sich die Verwaltung laut Dezernent Michael Eckhardt gut positionieren, um für das Verfahren in zweiter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht Futter zu haben. „Bei unseren Lösungsvorschlägen ist noch nichts politisch beraten oder beschlossen“, unterstrich Eckhardt. Vielmehr sei der Stadt daran gelegen, die Meinung der Bürger einzuholen, schließlich seien möglicherweise ja auch die Anlieger der Thomasstraße bei möglichen Veränderungen direkt betroffen.„Schaden geringer“ Mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt Rechtsanwalt Dr. Matthias Delvo. Er kann partout nicht verstehen, warum die Stadt im Verfahren nicht die Schließung des Bahnübergangs an der Dortmunder Straße als Alternative angeboten hat. „Da wäre der Schaden doch viel geringer“, argumentierte Delvo, denn das Mollen-Haus sei auch bei einer Sperrung des Bahnübergangs noch immer leicht zu erreichen.

Matthias Zimmer hielt entgegen: „Wenn man die Dortmunder Straße opfert, würden wir das nicht als die beste Lösung erachten, das würden wir auch nicht mittragen.“ Michael Eckhardt stellte klar, dass es keinen politischen Auftrag gebe, der Bahn diese Sperrung anzubieten. Im Übrigen sei darüber aber bis auf die Ebene des Staatssekretärs erfolglos gesprochen worden. Eckhardt: „Das sollte man sich sehr wohl überlegen, ob man einen Couteau macht und einen solchen Austausch im Verfahren anbietet.“ Walther Winkelmann, Verkehrsexperte der SPD, fragte Eckhardt direkt: „Haben Sie die Zusage, dass die Bahn einem Kompromiss zustimmen würde?“ Der Dezernent: „Nein, aber wir versuchen zu einer verträglichen Lösung zu kommen, ohne den Steuerzahler mit siebenstelligen Summen zu belasten.“ Man könne auch nichts tun und die zweite oder die dritte Instanz abwarten. Es gebe durchaus Signale, dass die Rechtsprechung in der zweiten Instanz anders ausfallen könne als beim verloren gegangenen ersten Prozess. Fazit des langen Abends: Die Verwaltung will die Anregungen bündeln, überdenken und in den Betriebsausschuss 1 tragen. Eckhardt: „Der Fachausschuss wird sich damit voraussichtlich im Oktober beschäftigen.“

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