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Parkgebühr für Lehrer soll Azubi-Stellen finanzieren

Juso-Forderung

CASTROP-RAUXEL Wenn es nach den Jusos geht, bezahlen Lehrer demnächst für ihre Parkplätze an ihren Schulen: 25 Euro monatlich sollen die Pauker für die Benutzung der Parkplätze entrichten.

von Von Michael Fritsch

, 20.04.2010

"Mit den daraus resultierenden Einnahmen in Höhe von ca. 30 000 Euro könnten die beiden wegzufallen drohenden Ausbildungsplätze bei der Stadtverwaltung erhalten bleiben", erklärte Juso-Stadtverbandschef Hendrik Moryson gestern. Die Stadtverwaltung muss aus Spargründen ihr Kontingent an Auszubildenden von 2011 bis 2013 von derzeit 36 auf 30 kontinuierlich reduzieren.

Moryson begründete die Parkgebühr mit einer entsprechenden Belastung der städtischen Bediensteten, die ihren Wagen in der Tiefgarage des Rathauses parkten. "Dieser Preis kann aus Sicht der Jusos auch Lehrern abverlangt werden", heißt es wörtlich in der gestern verbreiteten Erklärung. Schülerinnen und Schüler will die SPD-Nachwuchsorganisation ausdrücklich von der Parkraumbewirtschaftung ausnehmen: "Wir wollen neben den teilweise schon sehr langen Anfahrtswegen keine zusätzliche Hemmschwelle zum Besuch einer weiterführenden Schule aufbauen", begründete Moryson diese Ausnahmeregelung.

Vorbild der Forderung ist die Stadt Duisburg, die die Parkraumbewirtschaftung an Schulen vom kommenden Schuljahr an einführen will. Allerdings stünden bislang weder die Anzahl der Plätze noch die zu erwartenden Einnahmen fest, erklärte das städtische Presseamt gestern. Lehrer nicht begeistert An den Castrop-Rauxeler Schulen fielen die Reaktionen seitens der Betroffenen verhalten bis ablehnend aus. "Es wundert mich schon, dass das Lehrpersonal als einzige Berufsgruppe in die Solidarpflicht für Arbeitsplätze genommen werden soll", erklärte Berufskolleg-Chef Jürgen Wiegemann. Im Übrigen gehörten die rund 150 Parkplätze dem Kreis. In der Praxis würde eine solche Regelung für riesige Verkehrsprobleme sorgen.

ASG-Schulleiter Winfried Middeke sah neben der Ausweichproblematik auf öffentliche Parkplätze zudem Schwierigkeiten bei der Gleichbehandlung aller Schulen sowie bei der Zweckbindung der Abgabe. Wenn die Parkgebühr in den allgemeinen Haushalt einfließe, sei ihre Zweckbestimmung schwer nachzuvollziehen, gab er zu bedenken. Am EBG hieß es lediglich, man habe sich mit dieser Frage noch nicht beschäftigt.