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Rütgers-Mieter haben Sorgen

RAUXEL 191 Wohnungen gehören zu dem Verkaufspaket, das die RAG mit dem Rütgers-Werk als Kernstück geschnürt hat. Viele Mieter machen sich große Sorgen um ihre vier Wände. Auch der Bürgermeister hat sich bereits eingeschaltet.

von Von Peter Wulle

, 23.08.2007
Rütgers-Mieter haben Sorgen

<p>191 Wohnungen werden mit dem Rütgers-Werk verkauft. Die sozialen Interessen sollen gewahrt bleiben. Wulle</p>

"Uns wäre es am liebsten, wenn nur das Werk verkauft würde, und nicht auch die Werkswohnungen", sagt Karl-Heinz Berginc. Mit nicht mal 14 Jahren ist er als Lehrling bei Rütgers angefangen. Seither lebt und arbeitet der Elektrotechniker im Schatten der Teerdestillation. Auch für die meisten seiner Nachbarn an der Winkel-, Hafen-, Markus-, Julius-, Vörde- und Friedenstraße ist das Werk "ein Teil unseres Lebens geworden." Jetzt fürchten sie, dass der potenzielle Käufer der Rütgers Chemicals an den Werkswohnungen gar kein Interesse hat und sie als Wirtschaftsgut auf dem freien Markt handelt - mit unabsehbaren Folgen. Die Angst geht um, dass die Mieten steigen.

Bürgermeister Johannes Beisenherz (SPD) teilt die Sorgen der Rütgers-Mieter. In einem Brief bat er Dr. Heinz Rzehak, den Vorsitzenden der Chemicals-Geschäftsführung, ein deutliches Signal zu sehen. "Dies könnte aus meiner Sicht dadurch gewährleistet werden, dass die Wohnungen aus dem Verkaufspaket ausgeklammert und den RAG-Immobilien zugeordnet werden", schrieb Beisenherz. Möglich sei auch, durch eine vertragliche Vereinbarung mit dem neuen Erwerber den Bestand der Werkswohnungen zu sichern.

"Sichere Zukunft"

Dr. Rzehak versicherte in dem Antwortschreiben, das unserer Redaktion vorliegt, dass das Thema "mehrmals mit den für den Verkaufsprozess verantwortlichen Personen der RAG erörtert" worden sei. Auf den Vorschlag, die Wohnungen zur RAG-Immobilien zu überführen, wird nicht eingegangen. Stattdessen verweist er auf Ausführungen, die er bereits in einem Brief an Karl-Heinz Berginc machte: Die RAG habe immer wieder zugesagt, "dass das Unternehmen nur an einen Erwerber verkauft werden wird, der den Standorten und der Belegschaft eine sichere Zukunft bietet. Dazu gehört in meinem Verständnis auch, dass mit dem Wohnungsbestand des Unternehmens sozialverträglich umgegangen wird."

Für Karl-Heinz Berginc allerdings bleibt ein mulmiges Gefühl. Seit 1972 wohnt er in einer der Werkswohnungen. "Nach 35 Jahren Rütgers" wird er sich an einen neuen Vermieter gewöhnen müssen. Warum die Wohnungen nicht bei der RAG bleiben können, ist ihm nach wie vor schleierhaft. "Wenn man will", sagt er, "kann man das auch anders machen."

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