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Schlam(m)assel

FROHLINDE Am oberen Ende der Westricher Straße staut sich das Wasser - und der Ärger. Der Ärger auf den Stadtbetrieb EUV und dessen Baustelle.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 22.08.2007

"Ich bin geschockt", sagt Anwohner Michael Buss. Schwere Kettenfahrzeuge haben einen Weg planiert, damit der Stadtbetrieb EUV dort für seine Groß-Kanalbaustelle In der Fühle Erd- und Schottermaterial lagern kann. "Im Landschaftsschutzgebiet", sagt der CDU-Kommunalpolitiker Buss, der quer durch alle Ämter telefoniert hat, um zu erfahren, ob das rechtens ist und z.B. im Umweltausschuss abgesegnet wurde.

Fündig wurde er dabei bislang nicht. Nur soviel hat er heraus gekriegt: Dass der EUV das Gelände von einem Landwirt gepachtet habe, dessen Scheune über den neuen Weg nun auch besser erreichbar sei. Buss: "Bei den Arbeiten muss auf jeden Fall die Drainage auf dem Feld in Mitleidenschaft gezogen worden sein." Auch die vorher vorhandenen Abflussrinnen fehlten.

Boden versiegelt

Was sich angesichts der starken Regenfälle der vergangenen Tage fatal auswirkt: In mehreren Garagen und Kellern steht Schlammwasser. Und auch ein Stückchen weiter von den direkt betroffenen sieben Anliegern läuft Matsch die Straße zur Ökoinsel runter.

"Kein Wunder", sagt Buss. Sei doch jede Menge Boden abgetragen und der Boden mit Planierraupen platt gewälzt worden. "Bodenversiegelung, da kann nichts mehr versickern", meint Anwohner Andreas Gers, der berichtet, dass ihm im Gespräch mit dem EUV zugesichert worden sei, der Stadtbetrieb komme für die Schäden auf. "Neun Monate soll das dann hier so weitergehen?", fragt Gers. Denn solange solle die Kanalbaustelle dauern. Was die Anwohner außerdem besonders ärgert, ist der Umstand, dass vorab keine Informationen an die Bürger erfolgt seien. Dass vom Feld am Ende der Westricher Straße durch die Hanglage bedingt bei starkem Regen das Wasser schießt, sollte eigentlich der Vergangenheit angehören und war ein bekanntes Problem in Frohlinde, bevor das Neubaugebiet entstand.

40-Tonner

Dass die schweren Baustellenfahrzeuge ausgerechnet an der Ecke zum Abzweig In der Fühle drehen, ist den Anwohnern ein weiterer Dorn im Auge. Fahrzeuge, die mehr als zwölf Tonnen wögen, dürften da eigentlich gar nicht fahren, wissen sie. "Ein 40-Tonner hat mir die Einfahrt platt gefahren", schüttelt ein weiterer Anwohner den Kopf. Dabei habe er erst vor ein paar Tagen eine Rechnung von der Stadt für den Gehweg bekommen.

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