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Schulanfang: Es ändert sich nicht alles

CASTROP-RAUXELTornister und Schultüte sind längst gekauft, die Anzeige in der Zeitung ist aufgegeben, das für Dienstag geplante Familienfest rückt immer näher. Die Eltern sind im Stress - so manches I-Männchen angesichts der Vorbereitungen erst recht. RN-Redakteurin Julia Grunschel sprach mit Psychologin Annette Hage-Utz über Tipps für Eltern künftiger Schulkinder.

von Julia Grunschel

, 03.08.2007
Schulanfang: Es ändert sich nicht alles

<p>Annette Hage-Utz schult ab Oktober wieder Eltern von I-Männchen. Grunschel</p>

Was beginnt da? Was kommt auf mich zu? Fragen wie diese dürften dem ein oder anderen zukünftigen Erstklässler unter den Nägeln brennen. "Vermitteln Sie eine freudig-gespannte Haltung und tun Sie vor allem nicht so, als würde sich alles ändern", rät Psychologin Annette Hage-Utz Eltern in solchen Situationen. Seit 1978 arbeitet sie in der Psychologischen Beratungsstelle an der Bahnhofstraße und bietet ab Oktober wieder eine Elternschule an, die sich gezielt an Eltern von I-Männchen richtet.

"Wir haben heute viele Hausaufgaben auf." Unzählige Male hat Annette Hage-Utz diesen Satz schon gehört und darüber genauso oft den Kopf geschüttelt. "Eltern müssen Abstand halten zu dem, was passiert. Sie müssen sich bewusst machen, dass sie ihre Erfahrungen gemacht haben, dass aber jetzt ihr Kind zur Schule geht." Daher gelte beispielsweise bei den Hausaufgaben die goldene Regel: "So viel Hilfe wie nötig, aber so wenig wie möglich."

Abstand halten

Abstand halten heißt aber wiederum nicht, mit Interesse und Anteilnahme hinter dem Berg zu halten. Wer allerdings meint, er bekommt mittags nach Schulschluss direkt eine detaillierte Antwort auf die Frage "Wie war's?", ist auf dem Holzweg. Mit einem "gut" müssen sich die meisten Eltern erst einmal zufrieden geben. "Lassen Sie dem Kind Zeit, abzuschalten. Wenn Sie nach einer Pause noch einmal fragen oder nachhaken, dann fällt die Antwort auch anders aus", meint Annette Hage-Utz.

Ermutigung statt Kritik - auch das sollten Eltern verinnerlichen und ihre Erwartungen nicht zu hoch ansiedeln. "Im ersten Schuljahr müssen die Kinder unheimlich viel lernen. Wenn ich gleich zunichte mache, was mein Kind mühsam vollbracht hat, dann motiviert das nicht", so die Psychologin und veranschaulicht: "Auf der Linie schreiben ist für Kinder wie Gobelin-Stickerei für Erwachsene. Die Bewegung ist einfach noch ungewohnt."

Vor allem aber sollten Eltern Vertrauen in ihr Kind und dessen Fähigkeiten haben. "Es wird seinen Weg schon gehen", ist Annette Hage-Utz zuversichtlich.

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