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Stress vor Weihnachten

CASTROP-RAUXEL Es ist schon paradox. Die Adventszeit gilt als freudig und besinnlich. Doch in den Wochen vor Weihnachten und selbst an den Feiertagen kracht es in vielen Familien. Annette Hage-Utz, Diplom-Psychologin in der Psychologischen Beratungsstelle, verriet RN-Redakteurin Julia Grunschel ein paar Tipps zur Streit- und Stressvermeidung.

von Von Julia Grunschel

, 07.12.2007
Stress vor Weihnachten

Vor Weihnachten hat Diplom-Psychologin Annette Hage-Utz in der Psychologischen Beratungsstelle immer einen vollen Terminkalender.

Indem ich erst einmal akzeptiere, dass es eine besondere Zeit mit vielen Terminen ist.

Weniger ist mehr. Ich muss mich fragen, was will ich wirklich und was ist mir wichtig? Vorstellungen, die andere haben und die von außen kommen, spielen dabei keine Rolle.

Genau. Zunächst einmal sollten sich die Erwachsenen – gebenenfalls mit älteren Kindern –  in einer Familie zusammen setzen und ihre Vorstellungen besprechen. Die können sich auch auf den Verwandtenbesuch beziehen. Denn wenn die Feiertage zum Reisemarathon werden, ist das für Kinder nicht gut.

Weil Kinder Zeit brauchen, alles zu genießen. Wenn sie Heiligabend tolle Geschenke bekommen, wollen sie auch damit spielen. Ist die gesamte Zeit verplant, ist Frust vorprogrammiert.

Schön ist es, wenn man Rituale hat. Daran erinnern sich die Kinder.

Man könnte täglich eine halbe Stunde aus einem Weihnachtsbuch vorlesen. Es kann aber auch etwas einmaliges sein. Zum Beispiel ein Weihnachtsmarktbesuch oder man guckt „Der kleine Lord“. Generell gilt, es muss nichts großartiges, aber etwas verlässliches sein.

Etwas für sich zu tun, an dem sie Spaß haben. Das allgemeine Problem ist, dass Eltern vieles mit ein bisschen Seufzen tun. Das merken Kinder und übernehmen es.

Machen Sie weniger, streichen Sie ein paar Sachen, aber machen Sie das, was sie machen, mit Freude. Man mag dann immer noch Stress haben, aber der ist meist positiv und beflügelt.

Auch da ist weniger zumeist mehr. Schenken Sie in einem System. Wenn Ihr Kind Lego mag, schenken Sie hauptsächlich Lego. So bleibt das Kind bei einer Sache und kann sich darauf konzentrieren. Bei vielen verschiedenen Sachen ist das Kind zerrissen.

Wenn ich als Familie das Geld nicht habe, kann ich überlegen, ob ich nicht mit Oma, Opa, Tante zusammenwerfe, um einen großen Wunsch zu ermöglichen. Dem Kind gegenüber muss ich deutlich machen: Alles ist nicht möglich.

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