Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Traum eines lächerlichen Menschen

CASTROP-RAUXEL Das WLT betritt wieder einmal Neuland: Mit "Der Traum eines lächerlichen Menschen" wird am 8. März eine ganz und gar ungewöhnliche Produktion erstmals aufgeführt. Auch die Annäherung an die meisterhafte Erzählung Fedor M. Dostoevskijs ist ganz und gar ungewöhnlich. Einen Vorbericht zum WLT-Stück lesen Sie hier.

von Von Gabriele Regener

, 01.03.2008
Traum eines lächerlichen Menschen

Barbara Cuesta hat den musikalischen Part gestaltet.

Dramaturg Christian Scholze, von Jugend an Verehrer des russischen Schriftstellers, bat die Berliner Musikerin Barbara Cuesta um Mitarbeit bei diesem Stück, das eigentlich ein Monolog ist. Der Monolog einer einsamen Frau, die sich das Leben nehmen will. Ein Leben als "lächerlicher Mensch", dessen Erwartungen vom menschlichen Zusammenleben nur auf Ablehnung gestoßen ist.

Flasche Rotwein

Nach einer Flasche Rotwein und einer fruchtbaren Diskussion über die Philosophie Dostoevskijs war man sich einig. Barbara Cuesta übernahm einen zweiten Part. Sie komponierte eine Balance-Musik für ihre Gitarre, fand einfühlsame Texte.

Auf diese Weise gab Christian Scholze der lebensmüden Frau (gespielt von Andrea Börner) ein personifiziertes Unterbewusstsein.

Denn diese Frau sitzt allein am Küchentisch, entschlossen, sich mit dem Revolver umzubringen, nachdem sie bei einer rastlosen Wanderung durch die dunkle Stadt einen Stern gesehen hat. Ein Zeichen, das sie zu rufen scheint. Dies ist ihre Nacht.Traum vom Paradies und der Parallelwelt

Doch sie schläft ein und hat einen Traum. Träumt von einer Parallelwelt, dem Paradies. Hier ist alles anders, die Menschen mögen sich, lieben sich. Eine Perspektive, die auch nach dem Aufwachen Gültigkeit hat.

Mit sparsamen Stilmitteln - Scholze ist ein Freund der Reduktion - wird die Handlung gestützt. Licht und ein kreisrundes Sägeblatt, das, je nach Betrachtungsweise, auch eine Sonne sein kann, reichen aus. Nur so kann die Musik der Barbara Cuesta sich den Raum verschaffen, den sie braucht, um ihrer Bestimmung, das Schöne zu symbolisieren, gerecht zu werden.Premiere und Termine

Eine anspruchsvolle Inszenierung, für deren Premiere am 8. März um 20 Uhr im Studio noch einige Restkarten zu haben sind. Denn im Publikum sitzen aufmerksame Vertreter potentieller Gastspielorte. Aber auch in der Europastadt sind noch sechs weitere Termine fest eingeplant.

 

Sonntag, 9.3., Freitag, 25.4., Samstag, 26.4., Freitag, 23.5., Samstag, 24.5. und Sonntag, 25.5., jeweils 20 Uhr. Karten: 11 (erm. 8) Euro.

Lesen Sie jetzt