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64 statt 39 Euro im Monat - Eltern müssen mehr zahlen

OGS- und Kita-Essen wird ab August teurer

Mit rund 360.000 Euro pro Jahr zusätzlich belastet die Stadt Castrop-Rauxel bald die Eltern von Kindern in Kitas und Offenen Ganztagsschulen, die ihre Kinder dort am Essen teilnehmen lassen. Der Rat entschied nun, dass die Beiträge zum 1. August vor allem beim OGS-Mittagessen deutlich steigen.

Castrop-Rauxel

, 27.04.2018
64 statt 39 Euro im Monat - Eltern müssen mehr zahlen

Jetzt ist es beschlossene Sache: Das Essen in OGS und Kita wird ab 1. August für Eltern deutlich teurer. © DPA

64 Euro statt bisher 39 Euro als Verpflegungsentgelt im Monat für das Mittagessen eines Kindes in der OGS. 60 statt 45 Euro für die Vollverpflegung eines Kindes in der Kindertagesstätte. 20 statt 15 Euro für ein Kind, das in der Kita frühstückt: Das sind die Sätze, um die sich die Kosten ab August erhöhen. „Eine Anpassung an die tatasächlichen Sach- und Personalkosten ist hier dringend erforderlich“, hieß es in einer Ratsvorlage vonseiten der Stadtverwaltung. Mit deutlicher Mehrheit entschied der Stadtrat für diesen Schritt.

Nicht aber, ohne das noch einmal ausgiebig zu debattieren. Auch über eine schrittweise Anhebung der Beiträge statt einer sofortigen um bis zu 65 Prozent wurde diskutiert und abgestimmt. Die Stadtverwaltung hatte das geprüft, Bürgermeister Kravanja bezeichnete eine zweistufige Anhebung aber als nicht praktikabel. Auch den Antrag der UBP, die Beiträge bei Kitas, wo Kinder auf freien Wunsch der Eltern am Essen teilnehmen, und in Offenen Ganztagsgrundschulen, wo das Mittagessen mitgebucht werden muss, lehnte die weite Mehrheit der Ratspolitiker ab. SPD und CDU stimmten für den Verwaltungsvorschlag, Linke, Grüne und FWI dagegen. FDP und UBP enthielten sich.

Beiträge sieben Jahre lang nicht angehoben

Marlies Graeber, schulpolitische Sprecherin der CDU, hatte zuvor vorgerechnet, dass ein Essen für 2,46 Euro oder 2,56 Euro, je nach Rechengrundlage, nicht zu teuer sei. Lebensmittel seien in den vergangenen acht Jahren teurer geworden, der Mindestlohn habe die Gehälter bei Küchenkräften angehoben. Der Fehler sei nur gewesen, dass die Verwaltung sieben Jahre lang die Beiträge nicht angehoben habe. Annette Korte (FWI) verwies auf die hohen Kosten vor allem bei Familien mit mehreren Kindern. „Dass so lange geschludert wurde und jetzt auf einmal über 60 Prozent für Mittagsversorgung drauf kommen, ist nicht zumutbar“, sagte sie.

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Ingo Boxhammer (Die Linke) sagte: „Mittagessen ist unbestritten soziale Teilhabe und Zugehörigkeit.“ Es sei nicht statthaft, den Zugang zu Bildung zu erschweren, auch beim Essen nicht. „Dieser Antrag macht mich sprachlos.“ Nils Bettinger (FDP) meinte, seine Partei zweifle die Erhöhung nicht an. „Wir sollten das aber nicht mit aller Wucht auf einmal auf die Eltern umlegen“, so Bettinger. „Das haben sie nicht einkalkuliert und ist für einige ein großer Batzen, gerade, wenn es mehrere Kinder in der Familie gibt.“ Daniel Molloisch brachte die Qualität des Essens in die Debatte ein: „Unsere Kinder verdienen das beste Essen, dass es gibt zu den Konditionen. Wenn wir Qualität wollen, dann kann es doch bei der Preisentwicklung nicht sein, dass wir sieben oder acht Jahre auf einem Preis stehen geblieben sind.“

Grüne finden 65 Prozent sozial unverantwortlich

Manfred Fiedler von den Grünen ärgerte sich, dass die Stadtverwaltung die 360.000 Euro, die dadurch pro Jahr mehr eingenommen werden, zur Haushaltskonsolidierung einplane. „Wir müssen über die Höhe des Beitrages sozialpolitisch entscheiden. 65 Prozent in einem Schwung, das ist sozial unverantwortlich“, sagte er und wies darauf hin, dass ein Konzept für die Speisenversorgung in Schulen und Kitas schon Teil eines Grünen-Antrags im Sommer 2017 gewesen sei. Auf die Qualität des Essens zielte auch Christoph Grabowski (FDP) ab: „Über Qualität und dem Vermitteln von Respekt vor Lebensmitteln haben wir die Chance, die Kinder und ihre Eltern mitzunehmen. Diese Erhöhung auf einmal ist aber ein Schlag ins Gesicht derer, die sich darüber Gedanken machen.“

Sozialdezernentin Regina Kleff stritt ab, dass die Verwaltung geschlampt habe: „Ich lasse mir die Debatte gefallen, dass es sehr kurzfristig kommt und nun eine enorme Erhöhung auf einmal ist. Das hat aber nichts mit Schlamperei der Verwaltung zu tun, sondern wir sind von der Bezirksregierung dazu aufgefordert worden.“

In Castrop-Rauxel werden pro Jahr nur elf Beiträge für die OGS fällig, in allen anderen Kommunen sind es zwölf.
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