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Halbnackter Dealer gab sich wortkarg

Prozess um überfallen Drogendealer in Habinghorst

Im Prozess um den mutmaßlichen Raubüberfall in Habinghorst haben am Freitag Polizisten als Zeugen vor dem Dortmunder Landgericht ausgesagt. Die zwei Angeklagten zeigen sich davon unbeeindruckt. Der ältere der beiden Angeklagten widerrief sogar sein Geständnis.

Castrop-Rauxel/Dortmund

, 18.05.2018
Halbnackter Dealer gab sich wortkarg

Das Amtsgericht in Castrop-Rauxel. © Foto: Tobias Weckenbrock

So schilderten die Beamten, dass sie am besagten Tag auf einen halbnackten Dealer, zusammengesunken auf die Knie, geknebelt und an den Händen mit Panzerband gefesselt gestoßen seien. Das war am 6. September 2017. Zuvor ging ein Notruf in der Leitstelle ein. „Nachbarn hatten gemeldet, dass in Habinghorst in einer Wohnung randaliert werde“, erinnerte sich ein Polizeibeamter (34). Da die Anschrift und der Name des Wohnungsinhabers der Polizei schon einschlägig bekannt gewesen ist, sei man auf Nummer sicher gegangen und mit mehreren Streifenwagen nach Habinghorst gefahren, so der Zeuge.

Tür eingetreten

Vor der Wohnung mit den seltsamen Geräuschen angekommen, habe man schließlich nicht lange gefackelt und die Tür eingetreten. Im Flur der Wohnung habe der Mieter – ein polizeibekannter Dealer – gekauert. „Der Mann war gefesselt und hatte nur eine Tarnhose und Socken an. Obenherum war er völlig nackt“, sagte ein Polizist.Nachdem er von dem Knebel und den Handfesseln befreit worden war, habe der Mann sich sehr wortkarg präsentiert. „Es wurde eisern gemauert“, so der Beamte. „Das Panzertape hätten wir eigentlich auch auf dem Mund kleben lassen können. Weil es kamen einfach keine Informationen.“

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Erst nach und nach habe sich heraus kristallisiert, dass der Dealer offenbar von mehreren Personen überfallen worden war. Offenbar hatte es zuvor Streit um ein Geldverleih-Geschäft gegeben. Irgendwann fiel auch der Name eines der Angeklagten. Angeblich sollen dieser und ein Komplize dem Dealer 1000 Euro, eine teure Armbanduhr und eine Wasserpfeife geraubt haben. Die beiden Angeklagten quittierten die Angaben der Polizeibeamten ohne Regung. Der Jüngere (21) schweigt, der Ältere (25) hat sein ursprüngliches Geständnis vor der Polizei inzwischen widerrufen. Der Prozess wird fortgesetzt.